Bremer AfD-Sprecher im Porträt

„Ich bin kein Demonstrant“

An Veränderungen zu glauben und daran mitzuarbeiten, dass sich etwas ändert – das ist es, was Christian Schäfer in die Politik und zur AfD gebracht hat. Der 51-jährige Innenarchitekt, der vor zwei Jahren zum Gründungsteam des Bremer Landesverbandes gehörte, ist inzwischen deren Sprecher.
01.02.2015, 00:00
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Von HANS–ULRICH BRANDT
„Ich bin kein Demonstrant“

Der Sprecher der Bremer AfD, Christian Schäfer.

Christina Kuhaupt

An Veränderungen zu glauben und daran mitzuarbeiten, dass sich etwas ändert – das ist es, was Christian Schäfer in die Politik und zur AfD gebracht hat. Der 51-jährige Innenarchitekt, der vor zwei Jahren zum Gründungsteam des Bremer Landesverbandes gehörte, ist inzwischen deren Sprecher. Mit etwa 50 Engagierten ging es im März 2013 los, heute sind es dreimal so viele, die zur Bremer AfD gehören.

Schäfer ist ein sachlicher Mensch, einer der unaufgeregt argumentiert und schnell klarstellt, was er von jenen hält, die sich hinter dem Begriff Pegida versammeln und „Wir sind das Volk“ rufen: „Ich bin kein Demonstrant, und ich halte das Brüllen von Parolen für wenig sinnvoll“, sagt er im Gespräch mit dem WESER-KURIER. Insofern belaste es die AfD, immer wieder mit der Pegida-Bewegung in Verbindung gebracht zu werden. „Das hängt uns wie ein Mühlstein um den Hals“, so Schäfer. Er begrüßt es aber, „wenn Bürger sich an der politischen Willensbildung beteiligen“. Von weltanschaulichen Denkverboten hält er nichts, Ideologien, so seine Meinung, würden nur die richtigen Konzepte für die Lösung aktueller Probleme verhindern.

Selbstbewusst in den Wahlkampf

Die Bremer AfD ist jetzt dabei, sich auf die Bürgerschaftswahl am 10. Mai vorzubereiten. „Wir sind mit unseren kleinen Ständen unterwegs und sammeln Unterschriften“, sagt Schäfer. Als Wahlkämpfer eröffnete er gestern morgen zusammen mit seinem Hamburger Kollegen Jörn Kruse (an der Elbe wird bereits am 15. Februar gewählt) den zweiten Tag des AfD-Bundesparteitags. „Wir hoffen auf den Einzug in die Bürgerschaft und auf ein anständiges Ergebnis“, sagt Schäfer selbstbewusst. Klar sei: „Die FDP schlagen wir allemal.“ Und wenn es gelingen würde, Rot-Grün in Bremen aus der Regierungsverantwortung zu vertreiben, dann wäre es ein vollends gelungener Wahltag. Zumindest die Hoffnung darauf mag Schäfer nicht aufgeben.

Konkurrenz durch die bürgerlich-konservative Wählervereinigung „Bürger in Wut“ fürchtet der Bremer AfD-Sprecher nicht. Die verstehe sich zwar, wie die AfD auch, als Alternative zu den etablierten Parteien, und sei bereits sowohl in der Bürgerschaft als auch in der Stadtverordnetenversammlung Bremerhaven vertreten, aber, so betont Schäfer: „Wir sind völlig anders als die; unser Kurs stimmt mit denen gar nicht überein.“ So sei die AfD zum Beispiel für eine geregelte Einwanderung nach Deutschland, die „Bürger in Wut“ hingegen hielten jegliche Einwanderung für überflüssig, ja schädlich.

Für die „Einer-Spitze“

Und was hält Schäfer nun von dem verbissen geführten Streit um die AfD-Bundesführung? Ist die von Bernd Lucke geforderte „Einer-Spitze“ der richtige Weg? Wenn es nach dem AfD-Landeschef geht, eindeutig ja. „Das wäre das beste, was uns passieren kann, dann hätten wir eine vernünftige Struktur“, sagt Schäfer noch vor der Entscheidung. Das sich die Partei dazu jedoch schon am Nachmittag durchringen konnte, das wagte auch er nicht vorherzusagen. „Wir haben jetzt die Chance dazu, aber ich weiß nicht, wie sich das entwickelt“, so Schäfer vorsichtig. Am Ende konnte er zufrieden sein.

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