Bremen

Innensenator will bei Marktplatz mitreden

Bremen. Bei Veranstaltungen auf dem Bremer Marktplatz soll künftig die Innendeputation ein Wörtchen mitreden dürfen. Das hat SPD-Innensenator Mäurer in der Bürgerschaft zugesichert. Bremens gute Stube soll so besser ihrem Ansehen als Welterbestätte gerecht werden.
29.09.2010, 05:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Bernd Schneider

Bremen. Bei Veranstaltungen auf dem Bremer Marktplatz soll künftig die Innendeputation ein Wörtchen mitreden können. Das hat SPD-Innensenator Ulrich Mäurer in der Bürgerschaft zugesichert. Bremens gute Stube soll so besser ihrem Ansehen als Welterbestätte gerecht werden.

Hintergrund ist die Kritik von höchster politischer Ebene, Bremens gute Stube werde zu häufig in einer Weise genutzt, die im Ansehen der Welterbestätte Rathaus und Roland nicht gerecht werde.

Mäurer erklärte auf Nachfrage, dass die Deputation sich nicht in jede Einzel-Entscheidung des Stadtamtes einmischen wolle, wenn es um die Erlaubnis geht, den historischen Platz zwischen Schütting, Bürgerschaft und Dom zu nutzen. Einmal im Jahr solle die Behörde den Deputierten aber vorlegen, welche Veranstaltungen sie in der jüngeren Vergangenheit genehmigt hat und welche sie zu genehmigen beabsichtigt. „In der Innendeputation soll dann eine Bewertung als eine Art Richtschnur für künftige Genehmigungen entstehen“, sagte Mäurers Sprecher Rainer Gausepohl. Solche Einblicke habe die Deputation auch in der Vergangenheit schon angefordert, allerdings nicht regelmäßig. Das solle sich nun ändern.

„Uns ist wichtig, dass der Marktplatz auch weiterhin als einer der zentralen öffentlichen Orte in unserer Stadt nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern zugänglich ist“, erklärte der SPD-Abgeordnete Thoms Ehmke. Auch Organisationen, Vereine und Initiativen müssten ihn nutzen können. „Rein kommerzielle Veranstaltungen haben allerdings auf dem Markplatz nichts zu suchen“, so der SPD-Innenpolitiker weiter.

"Grundsätzlich nicht"

Damit rennt er allerdings offene Türen ein: Das Stadtamt lege Wert darauf, „dass Veranstaltungen mit unmittelbarem kommerziellem Interesse grundsätzlich nicht auf dem Marktplatz stattfinden“, betonte auch Ulrich Mäurer in der Bürgerschaft.

Etwa 30 bis 40 Tage im Jahr werde die zentrale Stätte in Bremen für Veranstaltungen genutzt, erklärte der Senator. Dabei seien Weihnachtsmarkt und Freimarkt nicht berücksichtigt – also die größten, aber wohl auch am wenigsten umstrittenen Brocken. Knapp drei Wochen steht der Freimarkt – mit Auf- und Abbau – neben dem Roland, der Weihnachtsmarkt prägt das Erscheinungsbild für etwa vier Wochen im Jahr. Das alles summiert sich ungefähr auf den Zeitraum eines Vierteljahres.

Hinzu kommen noch Demonstrationen und Kundgebungen vor dem Rathaus oder häufiger vor der Bürgerschaft in nicht genannter Zahl.

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