Facebook und Co. investieren ins All Internetfirmen erobern das Universum

Milliardenschwere Unternehmen wie Facebook, Amazon und Co. haben das Raumfahrtgeschäft für sich entdeckt und investieren erfolgreich in den sogenannten New Space.
06.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Hanuschke

Milliardenschwere Unternehmen wie Facebook, Amazon und Co. haben das Raumfahrtgeschäft für sich entdeckt und investieren erfolgreich in den sogenannten New Space.

Vor Jahren war das Raumfahrtgeschäft rein institutionell geprägt. Inzwischen tummeln sich immer mehr finanzstarke private Investoren im Markt – vornehmlich aus den USA: Milliardenschwere Unternehmen wie Facebook, Amazon und Co. haben das Raumfahrtgeschäft für sich entdeckt und investieren erfolgreich in den sogenannten New Space.

Unter diesem Schlagwort versteht man neue, kommerziell geprägte Geschäftsmodelle, bei denen Dienste und Nutzerangebote im Vordergrund stehen und für deren Verwirklichung neue Technologien und Herangehensweisen in der Raumfahrt erforderlich sind. Raumfahrt der Raumfahrt wegen spielt bei New Space keine Rolle. Raumfahrtin­frastruktur wird vorwiegend als Mittel zum Zweck gesehen.

Der größte Schub für New Space kommt dabei aus der Internetwirtschaft. Die Unternehmen treten sowohl als Kunde als auch als neuer Akteur in Erscheinung. So hat sich etwa Google mit Google Earth zu einem der größten Nutzer von Erdbeobachtungsdaten entwickelt. Mit der Akquisition des New-Space-Startups Skybox Imaging im Sommer 2014 für 500 Millionen US-Dollar hat Google gar ein Geschäft mit eigenen Satelliten erworben.

Hohe Bedeutung für Raumfahrtstandorts

Dieser Wirtschaftstrend hat mittlerweile auch Europa erreicht und besitzt damit eine hohe Bedeutung für die Zukunft des Raumfahrtstandorts Deutschland. Passend dazu veröffentlicht das Bundeswirtschaftsministerium an diesem Mittwoch die Studie „New Space – Geschäftsmodelle an der Schnittstelle von Raumfahrt und digitaler Wirtschaft. Chancen für Deutschland und Europa in einer vernetzten Welt“. Mit der Studie wurden das Beratungshaus Spacetec Partners und die Kanzlei BHO Legal beauftragt. „Wir stehen vor neuen, zusätzlichen Herausforderungen in der Raumfahrt“, sagt Brigitte Zypries, Koordinatorin der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt. New Space habe das Potenzial, die Raumfahrt nachhaltig zu verändern. „Industrie, Wissenschaft und Politik müssen darauf reagieren.“ Deutschland besitze exzellentes technologisches Wissen, verbunden mit etablierten Raumfahrtstandorten wie Bremen. „Diese Studie zeigt uns auf, wo zusätzliche Chancen für die deutsche Raumfahrt liegen und welche Herausforderungen auf uns zukommen.“

Deutschland kann laut Studie von den aktuellen Trends im New Space nicht nur profitieren, sondern sie aktiv mitgestalten. Voraussetzung dafür sei etwa, dass Raumfahrt nicht mehr als ein in sich geschlossener Nischensektor, sondern als ein Baustein der globalen digitalen Wirtschaft wahrgenommen wird. Außerdem empfiehlt die Studie eine andere Geschäftsphilosophie hin zu mehr Wagen und Fördern von Start-ups seitens des etablierten Unternehmertums.

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