Kommentar über Kirchenaustritte

Mut zur Veränderung wagen

Die sinkende Zahl der Taufen und Neueintritte ist ein Alarmzeichen. Sie hängt mit der Frage zusammen, ob und wieweit die Kirchen eigentlich noch für ihre Angebote werben, schreibt Benjamin Lassiwe.
27.06.2020, 05:00
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Von Benjamin Lassiwe
Mut zur Veränderung wagen

Die Mitgliedszahlen der Kirchen in Deutschland sind weiter rückläufig.

Rolf Vennenbernd/dpa

Deutschlands Kirchen laufen die Gläubigen davon. Gut 20 Prozent mehr Kirchenaustritte gab es im vergangenen Jahr – auch in Bremen sind die Zahlen katastrophal. Ja, die Kirchen wissen, dass sie schrumpfen. Und ja: Es gab im vergangenen Jahr eine Menge Gründe, den Kirchen den Rücken zu kehren. Erinnert sei nur beispielhaft an die Missbrauchsstudie der katholischen Kirche und die Reformdebatten.

Doch das eigentliche Alarmzeichen für die Kirchen muss ein anderes sein: Die sinkende Zahl der Taufen und Neueintritte. Sie hängt zu einem erheblichen Teil auch mit der Frage zusammen, ob und wieweit die Kirchen eigentlich noch für ihre Angebote werben. Was ist eigentlich das Besondere an einer kirchlichen Hochzeit? Wieso macht es Sinn, sein Kind taufen zu lassen? Wissen das auch Menschen, deren Familie nie in einer Kirche war? Wer erklärt es ihnen?

In der Corona-Zeit haben die Kirchen gezeigt, dass sie sich verändern können: Plötzlich gab es große Online-Gottesdienste. Gemeinden überboten sich in der Frage, wie man in dieser Situation die Mitgliedschaft erreicht. Diese Kreativität, diesen gezeigten Mut zur Veränderung – den brauchen die Kirchen auch jetzt.

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