Philipp Jaklin über die Metaller-Streiks Kommentar: Türen knallen

Tarifverhandlungen laufen nach festen Ritualen ab. In der aktuelle Runde der Metall- und Elektroindustrie kosten die Tarifpartner diese Rituale mit einer ausgeprägten Lust an dramatischem Beiwerk aus.
29.04.2016, 06:45
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Kommentar: Türen knallen
Von Philipp Jaklin

Tarifverhandlungen laufen nach festen Ritualen ab. In der aktuelle Runde der Metall- und Elektroindustrie kosten die Tarifpartner diese Rituale mit einer ausgeprägten Lust an dramatischem Beiwerk aus.

Schon zu Beginn der Verhandlungen hatten die Gewerkschaftsvertreter für reichlich Aplomp gesorgt und die Gespräche mit den Arbeitgebern nach einer halben Stunde für abgebrochen erklärt. Schnell war die Rede von unbefristeten Streiks, auf die man vorbeitet sei, und von ganz neuen Waffen des Arbeitskampfs, die man im Arsenal habe.

So überrascht es wenig, dass nach einem derart konfrontativen Start nun die Warnstreiks beginnen. Die IG Metall weiß, dass sie schon damit einige unangenehme Stiche setzen kann. Gleichzeitig ist der Gewerkschaft klar, dass ihre Lohnforderung von 5 Prozent deutlich von dem entfernt ist, worauf sich die Arbeitgeber einlassen werden. Bei drei Prozent liegt deren Schmerzgrenze, auch wegen der Unsicherheiten im Exportgeschäft.

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Wo auch immer man am Ende landen wird – es dürfte auch in den kommenden Wochen lautstark zugehen. Natürlich wollen beide Seiten ihrer Klientel beweisen, dass sie alles gegeben haben. Auch das gehört zum Ritual.

philipp.jaklin@weser-kurier.de

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