Kommentar zur Astra-Zeneca-Abstimmung

Verstörend

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard will auch beim Impfstoff Astra-Zeneca an der Priorisierung festhalten. Das ist angesichts der bisherigen Erfahrungen unverständlich, meint Joerg Helge Wagner.
08.05.2021, 05:41
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Verstörend
Von Joerg Helge Wagner
Verstörend

Beim Impfstart im Dezember noch Seite an Seite, heute verschiedener Meinung: Bürgermeister Bovenschulte und Gesundheitsenatorin Bernhard.

Frank Thomas Koch

Bislang hat Bremen bei der Impfkampagne gegen Covid-19 eine gute Figur gemacht: die Quote immer über dem Bundesdurchschnitt, die Abläufe in den Impfzentren reibungslos, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten klappt. Dass Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard sich nun beim Umgang mit dem Vakzin Astra-Zeneca gegen alle Kollegen und auch den eigenen Regierungschef stellte, ist jedoch verstörend.

Die Priorisierung - Alte und Kranke zuerst - hat eben nicht zum gewünschten Erfolg geführt, sondern eher als Bremse gewirkt. Denn auch die Bevorzugten verschmähten trotz minimaler Risiken reihenweise Astra-Zeneca. Sonst hätte Bernhards Ressort wohl kaum am Mittwoch mal eben 2000 Dosen des Stoffs in einem eher chaotischen Windhund-Verfahren unter fünf jüngeren Jahrgängen verlost. Und die 2000 Dosen waren ruckzuck vergeben, weil doch sehr viele Menschen alles andere als impfscheu sind. Zum Glück ist die Mehrheit der Gesundheitsminister willens, diesen Schwung zu nutzen. Man kann damit nichts falsch machen.

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