Kommentar zur Restmüll-Studie

Von wegen Erfolg

Verglichen mit 1985 werfen die Deutschen nur noch halb so viel Restmüll weg. Doch nur ein Drittel dessen, was im Restmüll entsorgt wird, gehört tatsächlich dorthin. Erfolg sieht anders aus, meint Elena Matera.
29.07.2020, 07:39
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Von wegen Erfolg
Von Elena Matera
Von wegen Erfolg

Im Restmüll deutscher Haushalte landen zu rund zwei Dritteln Abfälle, die anders entsorgt werden sollten.

Wolfgang Kumm

Eine „Erfolgsgeschichte“ – so kommentiert Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth die Ergebnisse der neuen Restmüll-Studie des Umweltbundesamtes. Demnach werfen die Deutschen verglichen mit 1985 nur noch halb so viel Restmüll weg. Doch die Studie zeigt auch: Nur ein Drittel dessen, was im Restmüll entsorgt wird, gehört tatsächlich dorthin. Allein Bioabfälle machen fast 40 Prozent des Restmülls aus. Und auch Altpapier, Altglas und Kunststoffe landen in der schwarzen Tonne.

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Es bedarf dringend der Aufklärung der Verbraucher. Wer den Müll trennt, spart automatisch Gebühren – eigentlich ein echter Anreiz. Die Kommunen müssen zudem die Trennung erleichtern und den Müll rechtzeitig abholen. Mehr zentrale Sammelstellen in den Viertel könnten helfen.

Der wichtigste Ansatz im Sinne der Umwelt ist aber generell die stärkere Müllvermeidung. Denn selbst wenn weniger Restmüll da ist, steigt die Gesamthausmüllmenge Jahr für Jahr. Laut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland im Jahr 2018 pro Kopf 455 Kilogramm Abfall angefallen. Damit liegt Deutschland gut 150 Kilogramm über dem EU-Durchschnitt. Erfolg sieht anders aus.

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