Telekom-Monopol auf öffentliche Vermarktungsflächen in Bremen Linke fordert Abschaffung der Werbe-Maut

Bremen. Die Vergabe öffentlicher Vermarktungsflächen an die Telekom wird von den Bremer Linken scharf kritisiert. Zudem fodert die Fraktion vom Senat, die Kulturträger in den Stadtteilen von der Plakaut-Maut zu befreien.
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Bremen. Die Vergabe öffentlicher Vermarktungsflächen an die Telekom wird von den Bremer Linken scharf kritisiert. Zudem fodert die Fraktion vom Senat, die Kulturträger in den Stadtteilen von der Plakaut-Maut zu befreien.

"Wir lehnen diese Privatisierung öffentlichen Raums rundweg ab. Gerade eine Stadtgesellschaft wie Bremen sollte ihre Einkommen über andere Wege ankurbeln, als öffentliche Fassaden meistbietend zu veräußern", erklärt Peter Erlanson, kulturpolitischer Sprecher der Bremer Linken.

Es gehöre zum guten Ton einer modernen Stadt, dass geeignete Wände und Flächen nicht nur von kommerzieller Werbung und teuer gerahmten PR-Kampagnen geprägt seien, sondern auch von Plakaten freier Kulturinitiativen, so Erlanson weiter.

Der Fraktionssprecher fordert vom Senat, als erstes die Kulturveranstalter aus den Stadtteilen von der Plakat-Maut komplett zu befreien. Zudem kritisiert er scharf den Umgang mit den Kulturschaffenden, denen nicht nur Zuschüsse gekürzt würden, mit neuen Kosten und Auflagen würde ihnen auch noch das Leben schwer gemacht.

Darüberhinaus fordert Erlanson vom Senat, den Vertrag mit der Telekom wieder zu kündigen. „Hier hat der ehemalige Bausenator Loske seinem Nachfolger ein Ei ins Nest gelegt, das dieser umgehend entsorgen sollte", sagt er.

Dass die Telekom mit 3,9 Millionen Euro im Jahr mehr als dreimal so viel zahle wie der Vorgänger Ströer und gleichzeitig den Kulturinitiativen etwas schenke, könne der Senat nicht ernsthaft geglaubt haben.

Die Folge dieser Kolonisierung des öffentlichen Raums durch einen profitorientierten Betreiber werde sein, dass der Kommerz im Kulturbereich zunimmt und eine plurale, weitgehend unabhängige Kulturszene abnimmt, prognostiziert Erlanson und meint: "Für eine Stadt, die einst Kulturhauptstadt werden wollte, ist dieses Zurückdrängen kleiner Veranstalter ein Armutszeugnis. Die Stadt gehört allen, nicht nur dem zahlungskräftigen Mainstream." (bde)

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