Spitzenkandidaten für Bürgerschaftswahl Linke wählen Vogt und Rupp

Bremen. Die Linke in Bremen hat Kristina Vogt und Klaus-Rainer Rupp zu ihren Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl im Mai bestimmt. Kristina Vogt hat sich sich in der Stichwahl mit 82 Stimmen knapp gegen Claudia Bernhard (81 Stimmen) durchgesetzt.
15.01.2011, 20:00
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Von Elke Hoesmann

Bremen. Die Linke in Bremen hat am Sonnabend Kristina Vogt und Klaus-Rainer Rupp zu ihren Spitzenkandidaten für die Bürgerschaftswahl im Mai bestimmt. Kristina Vogt setzte sich in der Stichwahl mit 82 Stimmen knapp gegen Claudia Bernhard (81 Stimmen) durch. Klaus-Rainer Rupp kam auf den zweiten Platz der Landesliste. Der Bürgerschaftsabgeordnete erzielte 95 Stimmen in der Stichwahl gegen Heinz-Gerd Hofschen (85 Stimmen).

Claudia Bernhard erreichte den dritten Platz; mit 121 Stimmen siegte sie in der Stichwahl gegen die Bürgerschaftsabgeordnete Inga Nitz (50 Stimmen). Nitz hatte auch für Platz 1 kandidiert, es aber nicht in die Stichwahl geschafft. Erfolglos beim Kampf um die Spitzenkandidatur blieb auch Peter Erlanson, Bürgerschaftsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender. Er war mit Rupp, Hofschen und Roberto Schwerdtfeger um Platz zwei angetreten, erreichte aber nicht die Stichwahl. Auch Platz 4 ging nicht an Erlanson. Stattdessen wurde der Bürgerschaftsabgeordnete Jost Beilken gewählt. Mit 91 Stimmen setzte sich Beilken gegen Norbert Schepers (82 Stimmen) in der Stichwahl durch.

Nach teilweise heftigen Auseinandersetzungen zwischen Partei und Fraktion setzen die Spitzenkandidaten nun auf eine neue, engere Zusammenarbeit mit der Basis. Klaus-Rainer Rupp, haushalts-und umweltpolitischer Sprecher seiner Fraktion, sprach von einem "nicht unkomplizierten Verhältnis", das verbessert werden müsse. Mehr Kooperation und Abstimmung seien nötig, sagte Rupp: "Das müssen wir noch ein bisschen lernen."

Für Kristina Vogt zeigt das gestrige Wahlergebnis bereits den Willen zur neuen Zusammenarbeit. Sie sehe gute Ansätze. Vogt kommt aus dem Bremer Westen, ist seit 2008 bei den Linken und arbeitet seit einem Jahr im erweiterten Landesvorstand. Zu ihren politischen Schwerpunkten zählten Fragen des Aufenthaltsrechts von Ausländern, sagte sie. Rot-grün habe es nicht geschafft, Kettenduldungen zu verhindern; es sei zu rechtswidrigen Abschiebungen gekommen, und die Lage in der Ausländerbehörde habe sich teilweise verschlechtert. Sie freue sich schon auf einen Schlagabtausch mit Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Klaus-Rainer Rupp kritisierte den "vorauseilenden Gehorsam" des Senats beim Sparen. Die Linke wolle sich unter anderem mit der Rekommunalisierung von Leistungen befassen und auch weiterhin Atomtransporte über Bremen thematisieren, kündigte er an. "Wir haben nachgewiesen, dass eine Änderung der Hafenordnung für Atomtransporte möglich ist." Nun werde sich zeigen, ob sich Rot-Grün traue, dies auch umzusetzen.

Bei der sogenannten Aufstellungsversammlung gestern waren alle Bremer Mitglieder der Linken wahlberechtigt. Rund 180 Mitglieder kamen ins Konsul-Hackfeld-Haus, um über die Kandidaten abzustimmen. In den vergangenen Wochen hatten sich etwa 40 Frauen und Männer vorgestellt. Auf der Liste sollen maximal 24 Kandidaten stehen. Die Aufstellung war bei Redaktionschluss noch nicht beendet.

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