Hafensperre für Atommülltransporte Mäurer sieht Bremer Kurs bestätigt

Bremen. Über Bremens Häfen soll kein Atommüll verschifft werden – das hat die Bürgerschaft beschlossen. Die CDU wollte den Vorstoß von SPD und Grünen nicht unterstützen. Allerdings sind selbst ihre Parteifreunde in Hamburg nicht bereit, Atommüll zu verschiffen.
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Von Thomas Joppig

Bremen. Über Bremens Häfen soll kein Atommüll verschifft werden – das hat die Bürgerschaft beschlossen. Die CDU wollte den Vorstoß von SPD und Grünen nicht unterstützen. Allerdings sind selbst ihre Parteifreunde in Hamburg nicht bereit, Atommüll zu verschiffen.

Im konkreten Fall geht es um 951 Brennelemente aus dem einstigen DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf, die im nordrhein-westfälischen Ahaus zwischengelagert waren. Nun sollen sie über Hamburg nach Russland verschifft werden, um dort im Atomkomplex Majak im Südural eingelagert zu werden.

Hamburgs christdemokratischer Bürgermeister Christoph Ahlhaus hatte am Freitag angekündigt, der Senat werde den Transport der 18 Castor-Behälter über den Hamburger Hafen keineswegs dulden. Er sprach von einer nicht nachvollziehbaren Belastung für die Stadt. Er habe den Eindruck, die Entscheidung der zuständigen Kommission für Hamburg als Verschiffungshafen sei ein „durchsichtiges politisches Manöver“.

"Vorauseilender Gehorsam"

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer sieht durch die ablehnende Haltung Hamburgs den Bremer Kurs bestätigt. „Es hätte mich sehr gewundert, wenn aus Hamburg eine andere Reaktion gekommen wäre“, sagte Mäurer im Gespräch mit WESER-KURIER Online. Ein Atommülltransport sei nun einmal eine massive Belastung für die Hafenwirtschaft. „Mit etwas Verstand hätte die Bremer CDU auch ahnen können, dass es in Hamburg zu seiner solchen Reaktion kommt.“ Stattdessen seien die hiesigen Christdemokraten im vorauseilendem Gehorsam der Atompolitik der Bundesregierung gefolgt.

„Der Atommüll-Export ins Ausland ist nicht zwingend nötig“, sagte Mäurer. Was nun mit den Abfallen geschehen soll, sei eine Frage, die man auf der nächsten Innenministerkonferenz erörtern müsse. Die findet in der kommenden Woche statt – passenderweise in Hamburg.

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