Bremen übertrifft eigene Zielvorgabe Mehr Frauen in Aufsichtsräten

Bremen. Mehr Frauen in Aufsichtsräten - das war das Ziel des Bremer Senats vor einem Jahr. Die Bilanz zeigt, dass das Ziel sogar übertroffen wurde.
10.08.2012, 18:50
Lesedauer: 2 Min
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Mehr Frauen in Aufsichtsräten
Von Wigbert Gerling

Bremen. Vor genau einem Jahr hatte sich der Senat vorgenommen, dass der Anteil von Frauen, die direkt von der Landesregierung in Aufsichtsräte entsandt werden, die Marke von 40 Prozent erreichen soll. Für die Kabinettssitzung in dieser Woche wurde eine Bilanz gezogen. Demnach wurde diese Zielvorgabe nicht nur erreicht, sondern leicht übertroffen.

Der Bericht zum status quo stammt aus dem Haus von Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne), die betonte, sie werde sich auch weiterhin für die "Repräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten und Geschäftsführungen" einsetzen. So lautet die Überschrift zu der Vorlage, die in dieser Woche auf den Kabinettstisch kam und gebilligt wurde. Demnach werden vom Senat 141 Aufsichtsratsmandate direkt besetzt. 58 Sitze gingen an Frauen, was einem Anteil von gut 40 Prozent entspreche. Verglichen mit den Vorjahren zeigt sich damit laut Senatsverwaltung ein Trend nach oben: 2007 habe der Anteil noch gut 26 Prozent betragen, vor gut einem Jahr sei er auf fast 33 Prozent gestiegen.

Dass der Senat aus Sicht von Karoline Linnert "dran bleiben" müsse, wird unter anderem mit einem zweiten Zahlenvergleich unterlegt. Die Landesregierung vergibt in eigener Regie die genannten 141 Plätze, hätte aber rechtlich die Möglichkeit, 167 Aufsichtsratsmandate zu vergeben. Die personelle Zuordnung dieser 26 zusätzlichen Plätze wird allerdings anderen Institutionen übertragen, beispielsweise bremischen Gesellschaften oder Kammern. Würden nun die 58 Frauenplätze in ein Verhältnis zu diesen insgesamt 167 Aufsichtsratsmandaten gesetzt, für die die Landesregierung formal das Besetzungsrecht hat, dann ginge der Anteil auf mehrere Punkte unter die Grenze von 40 Prozent zurück. "Es müssen weiter Gespräche geführt werden, um auch hier den Anteil zu verbessern", hieß es im Senat.

21 von 86 Chefsesseln mit Frauen besetzt

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hatte sich vor der Senatssitzung mit einer Anfrage an die Landesregierung gewandt und sich unter anderem erkundigt, wie viele Positionen in den Geschäftsführungen der öffentlichen Gesellschaften Bremens und Bremerhavens mit Frauen besetzt sind. Antwort: In den 86 Chefsesseln sitzen 21 Frauen. Mit Blick auf diese Geschäftsführungen heißt es in der Übersicht der Senatorin für Finanzen, bei Stellenausschreibungen der bremischen Gesellschaften seien "Frauen besonders aufgefordert, sich zu bewerben". Und wenn Bremen zur Besetzung von Top-Jobs auch Personalberater beauftrage, solle "die gezielte Ansprache von Frauen künftig explizit Teil des Leistungspakets sein".

Der Senat verweist darauf, dass auch bei diesen Geschäftsführungen öffentlicher Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit mehrere Frauen zum Zuge gekommen seien. Dies gelte beispielsweise für die Spitzenfunktion beim städtischen Krankenhausverbund Gesundheit Nord oder auch bei der Bremer Bäder GmbH.

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