Ergebnisse des Statistischen Landesamtes Mehr Personal in der Pflege

In Bremen gibt es heute mehr Pflegepersonal als noch im Jahr 2013. Das hat eine Statistik des Statistischen Landesamtes ergeben.
20.07.2016, 00:00
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Mehr Personal in der Pflege
Von Katharina Kütemeyer

In Bremen gibt es heute mehr Pflegepersonal als noch im Jahr 2013. Das hat eine Statistik des Statistischen Landesamtes ergeben.

Nach den Ergebnissen der zweijährlichen Statistik des Statistischen Landesamtes Bremen waren in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen im Land Bremen am 15. Dezember 2015 insgesamt 11.318 Menschen beschäftigt. Im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2013 ist das ein Anstieg um 1450 Beschäftigte beziehungsweise 14,7 Prozent. Insbesondere die ambulanten Pflegedienste haben ihr Personal um 23,4 Prozent aufgestockt, bei den stationären Pflegeheimen fiel der Zuwachs mit 8,8 Prozent geringer aus.

Insgesamt wurden 14 268 Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III einschließlich Härtefälle betreut sowie 478 Personen mit Pflegestufe 0. Im Vergleich zum Jahr 2013 sind das rund 900 Pflegebedürftige oder 6,6 Prozent mehr.

Am höchsten ist der Anstieg bei den geringfügig Teilzeitbeschäftigten, beispielsweise 450-Euro-Jobbern, deren Zahl um über 20 Prozent gestiegen ist. Die Teilzeitbeschäftigung stieg insgesamt um 16,5 Prozent. Deutlich geringer zeigt sich der Beschäftigungszuwachs bei den Vollzeitstellen mit gerade mal 4,4 Prozent.

Steigende Zahl an Auszubildenden

Auch hier unterscheiden sich ambulante und stationäre Einrichtungen: In den ambulanten Einrichtungen wurden sowohl Vollzeit- (+13,1 Prozent) als auch Teilzeitkräfte (+24,7 Prozent) eingestellt. In den stationären Einrichtungen wurden Vollzeitkräfte abgebaut (-1,3 Prozent), die Zahl der Teilzeitkräfte nahm um 10,4 Prozent zu.

Insgesamt arbeiteten in den ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen 19,1 Prozent der Beschäftigten Vollzeit und 76,2 Prozent Teilzeit. Die verbleibenden rund vier Prozent sind sogenanntes „sonstiges Personal“ ohne Zuordnung. Dazu zählen auch Auszubildende und (Um-)Schüler. Deren Zahl ist von 359 im Jahr 2013 auf nun 470 (+30,9 Prozent) angestiegen, 427 von ihnen machen eine dreijährige Ausbildung in der Altenpflege.

Viele Pfleger sind teilzeitbeschäftigt

Von 1999 bis 2015 sank der Anteil der Vollzeitbeschäftigten in den Bremer Pflegeeinrichtungen von 35,0 auf 19,1 Prozent. Im Dezember 2015 arbeitete fast die Hälfte der Beschäftigten in Teilzeit mit mehr als 50 Prozent der Wochenstunden einer Vollzeitkraft, 1999 waren es 36,7 Prozent. Bei den übrigen Beschäftigungsgruppen gab es dagegen anteilmäßig kaum Veränderungen.

Die Altersstruktur der Beschäftigten ist sowohl in den ambulanten als auch in den stationären Einrichtungen ähnlich: Ein Viertel der Beschäftigten war zwischen 40 und 50 Jahre alt, fast ein Drittel zwischen 50 und 60 Jahre.

In den Pflegeeinrichtungen des Landes Bremen arbeiteten 3671 Pflegefachkräfte, das sind Beschäftigte mit einer Ausbildung als staatlich anerkannter Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Ihr Anteil am Gesamtpersonal betrug damit 32,4 Prozent.

Mehr Männer in Vollzeit

Bei ambulanten Pflegediensten sind mit 38,6 Prozent deutlich mehr Pflegefachkräfte beschäftigt als in stationären Einrichtungen mit 27,7 Prozent. Jedoch unterscheidet sich die Struktur der Pflegefachkräfte: In der stationären Pflege sind mehr Altenpfleger beschäftigt als im ambulanten Bereich. Dort überwiegen die Gesundheits- und Krankenpfleger beziehungsweise Kinderkrankenpfleger.

Auch die Pflegefachkräfte arbeiteten überwiegend als Teilzeitkräfte mit mehr als 50 Prozent der Stunden (44,0 Prozent), der Anteil der Vollzeitkräfte war hier mit 32,6 Prozent aber deutlich höher als im Durchschnitt aller Beschäftigten (19,1 Prozent).

84,8 Prozent der Beschäftigten in den Pflegeeinrichtungen waren Frauen. Bezüglich des Beschäftigungsumfangs und der Qualifikation gab es jedoch Unterschiede: 34 Prozent der männlichen Beschäftigten arbeiteten Vollzeit, aber nur 16,4 Prozent der weiblichen. Unter den Männern gab es mit 36,0 Prozent etwas mehr Pflegefachkräfte als bei den Frauen mit 31,8 Prozent.

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