Investition in einstige Tabakfabrik Millionen für Brinkmann-Werk

Die "Brinkmänner" und "Brinkfrauen", die aktuell bei Brinkmann beschäftigt sind, müssen sich zunächst keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Mignot & De Block B.V. investiert mit zwei Millionen Euro.
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Millionen für Brinkmann-Werk
Von Carolin Henkenberens

Die "Brinkmänner" und "Brinkfrauen", die aktuell bei Brinkmann beschäftigt sind, müssen sich zunächst keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Mignot & De Block B.V. investiert mit zwei Millionen Euro.

Mit einer Investition in Höhe von zwei Millionen Euro stärkt der niederländische Raucherbedarf-Hersteller Mignot & De Block B.V. den Standort Bremen als Produzent von Zigarettenfiltern. Die Traditionsfirma Brinkmann, die in Bremen schon seit 203 Jahren im Tabak-Geschäft tätig ist, hat zwei neue Maschinen zur Produktion von Filtern für selbst gedrehte Zigaretten erhalten.

„Die Investition ist Teil der Strategie zur Standortsicherung“, sagt Christian Hinz, Geschäftsführer der Gizeh Raucherbedarf GmbH, die zur Mignot & De Block-Gruppe gehört. Gizeh hatte die Bremer Tabakfirma Brinkmann im Januar 2015 übernommen und somit vor dem Aus bewahrt. Der Vorbesitzer, British American Tobacco (BAT), wollte die Produktion aus Kostengründen einstellen.

Von den einst 111 Mitarbeitern sind heute im Werk der Brinkmann Raucherbedarf GmbH 78 „Brinkmänner“ und „Brinkfrauen“ beschäftigt. Diese Arbeitsplätze seien momentan nicht bedroht, sagte Hinz. Wie lange die Jobs durch die neue Produktionslinie gesichert sind, vermag Hinz jedoch nicht zu sagen. Die Bremer müssten sich zunächst aber keine Sorgen machen.

"Aktivkohlefilter-Kompetenzzentrum"

„Unser Anspruch ist, das Bremer Werk so zu spezialisieren, dass es das produziert, was andere nicht können“, sagt Hinz. Daher nennt Gizeh den Bremer Standort künftig „Aktivkohlefilter-Kompetenzzentrum“. Denn die neuen Maschinen sollen den gesamten Bedarf des Unternehmens an Aktivkohle-Filtern herstellen.

Zuvor hatte Gizeh diese besonderen Filter, bei denen die Kohle den Rauch der Zigarette reinigt, von einer externen Firma zugekauft. Gizeh war 2015 in Bremen mit dem Ziel gestartet, das Know-how des Traditionsunternehmens zu bewahren und mit hochwertigem Raucherbedarf ‚Made in Bremen‘ zu bestehen.

Das Werk in Bremen-Woltmershausen fertigt seither keine klassischen Tabakprodukte mehr, sondern das Zubehör für Raucher, die sich ihre Zigaretten selbst drehen oder stopfen. So stammen Eindrehfilter, sogenannte Filtersticks mit mehreren Filtern in einer Verpackung und Filterhülsen – eine für das Stopfen mit Tabak vorbereitete Zigarette – aus Bremen. Vertrieben werden sie unter den Marken Mascotte, Gizeh und Marie.

Alles begann im Jahr 1813

Damit hat sich die einstige Tabakfabrik Brinkmann von ihrem Ursprungsgeschäft, der Herstellung von Zigaretten und Zigarillos entfernt. Die Erfolgsgeschichte von Brinkmann hatte als kleines Schnupftabakgeschäft in der Faulenstraße im Jahr 1813 angefangen. Die erste Produktion startete1860 in Burgdamm an der Stader Landstraße.

Ab 1931 begann die industrielle Herstellung der Zigaretten in Woltmershausen. In der Nachkriegszeit war Rauchen in Mode, die Bremer Tabakfabrik beschäftigte in den 1950er-Jahren 6000 Mitarbeiter. Brinkmann war Ende der 1960er-Jahre die größte Tabakfabrik Europas und die drittgrößte der Welt. Die Zigaretten aus Woltmershausen wurden rund um den Globus geraucht.

Nach einigen Umfirmierungen und Zusammenschlüssen in den 1970er- und 1990er-Jahren übernahm BAT 1999 das Werk und produzierte dort Zigarillos. Aufgrund einer Steuererhöhung für Zigarillos sah sich BAT Ende 2014 gezwungen, die Produktion zu beenden. Mignot & De Block ist einer der größten Hersteller von Raucherbedarf und unterhält neben dem Bremer Standort auch Werke in Gummersbach, im österreichischen St. Peter am Wimberg und im französischen Imbsheim.

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