Bremer CDU-Politikerin strebt nach Spitzenkandidatur

Mohr-Lüllmann bereit für Duell mit Böhrnsen

Bremen. Frau gegen Mann, Mann gegen Frau - ein solches Duell rückt auch in Bremen immer mehr in den Vordergrund. Es bahnt sich ein Zweikampf zwischen Jens Böhrnsen (SPD) und Rita Mohr-Lüllmann (CDU) an.
19.04.2010, 07:40
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Mohr-Lüllmann bereit für Duell mit Böhrnsen
Von Wigbert Gerling

Bremen. Frau gegen Mann, Mann gegen Frau - ein solches Duell, bei dem in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai die Entscheidung zwischen Jürgen Rüttgers (CDU) und Hannelore Kraft (SPD) fällt, rückt auch in Bremen immer mehr in den Vordergrund. Es bahnt sich ein Zweikampf zwischen Jens Böhrnsen (SPD) und Rita Mohr-Lüllmann (CDU) an. In einem Gespräch mit dem WESER-KURIER macht Letztere keinen Hehl daraus, dass sie Lust auf die Spitzenkandidatur hat. Von einer Tandem-Lösung mit zwei CDU-Kandidaten rät sie ab.

Frauen in politischen Führungspositionen - das fängt aktuell ganz oben bei Bundeskanzlerin Angela Merkel an. Nicht viel weiter darunter auf der Ebene eines größeren Flächenlandes ist am 30. Oktober vergangenen Jahres die Christdemokratin Christine Lieberknecht zur Ministerpräsidentin von Thüringen gewählt worden. Für reichlich Schlagzeilen sorgte in der Vergangenheit unter anderem die Wahl - und dann auch die Abwahl - der einstigen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin Heide Simonis.

Große Beachtung findet aktuell der Wahlkampf im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo die SPD-Herausforderin Hannelore Kraft gegen Ministerpräsident Jürgen Rüttgers antritt - und dies offenbar nicht ohne Chancen.

Rita Mohr-Lüllmann, stellvertretende Fraktionschefin der Christdemokraten in der Bremischen Bürgerschaft und unter anderem ausgewiesene Gesundheitspolitikerin, hatte nicht zuletzt auch in den eigenen Reihen an politischem Renommee gewonnen, als es ihr gelungen war, bei der Bundestagswahl im vergangenen September als Direktkandidatin den Vorsprung zum SPD-Konkurrenten Carsten Sieling auffällig zu verringern.

Am 29. Mai stehen auf einem Parteitag der Bremer Christdemokraten Wahlen auf der Tagesordnung. Mehrere CDU-Untergliederungen, auch solche der einflussreicheren Art, haben sich bereits dafür ausgesprochen, dann Rita Mohr-Lüllmann zur stellvertretenden Parteichefin zu küren. Sie wäre in diesem Amt die Nachfolgerin des langjährigen christdemokratischen Bürgermeisters und Senators Hartmut Perschau. In einem Antrag aus der CDU Schwachhausen für den Parteitag wird Mohr-Lüllmann als 'echte Leistungsträgerin' eingestuft. Für das Amt, das Perschau abgegeben habe, müsse 'eine Persönlichkeit gewählt werden, die in unserer Partei und der bremischen Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt'. Dies habe Rita Mohr-Lüllmann unter Beweis gestellt, was ihr gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl 2009 belege: 'Nie zuvor war ein CDU-Kandidat in Bremen näher an der Gewinnung eines Direktmandats im Deutschen Bundestag', so die Schwachhauser Christdemokraten, die damit inzwischen weitere Unterstützung in der Partei gefunden haben.

Tritt Mohr-Lüllmann, derzeit schon Fraktionsvize und ab Mai womöglich auch in der Parteispitze, bei der Bürgerschaftswahl am 22. Mai 2011 als Spitzenkandidatin der CDU an? Darüber will die CDU im Herbst entscheiden. In dem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Mohr-Lüllmann jedenfalls, sie hätte Lust, diese Rolle zu übernehmen. Die Entscheidung aber liege eindeutig in den Händen der Partei. Die Frage der Spitzenkandidatur werde 'auf breiter Basis in den christdemokratischen Gremien entschieden'. Ein Modell, nach dem die CDU mit einem Tandem - Mohr-Lüllmann und Parteichef Thomas Röwekamp - in den Wahlkampf gehen könnte, befürwortet sie nicht: 'Wir wollen den Wählerinnen und Wählern schließlich kein Überraschungspaket zumuten. Wir werden mit einer klaren Aussage kommen.' Auch dies werde aber von der Partei entschieden.

Zu der Tendenz in der CDU, mit Rita Mohr-Lüllmann eine Frau als Spitzenkandidatin ins Rennen zu schicken, sagte die Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe auf Nachfrage: 'Es ist gut, wenn Parteien endlich begreifen, dass Frauen mehr sein können als nur Staffage und an die Spitze gehören.'

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