Bundestagswahl 2013 Mohr-Lüllmann will kandidieren

Bremen. Wer bekommt in der Bremer CDU zur Bundestagswahl 2013 den ersten Listenplatz? Wigbert Gerling sprach mit der Landesvorsitzenden Rita Mohr-Lüllmann, die ankündigte, dass sie sich um ein Mandat im Deutschen Bundestag bewirbt.
27.09.2012, 05:00
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Bremen. Wer bekommt in der Bremer CDU zur Bundestagswahl 2013 den ersten Listenplatz, der fast ein Garant für den Einzug in den Deutschen Bundestag ist? Darüber wird unter Christdemokraten schon lange diskutiert und gestritten. Wigbert Gerling sprach mit der Landesvorsitzenden Rita Mohr-Lüllmann, die ankündigte, dass sie sich um ein Mandat im Deutschen Bundestag bewirbt.

Bewerben Sie sich für ein Mandat im Bundestag, kandidieren Sie für Platz eins der CDU-Landesliste?Rita Mohr-Lüllmann:

Ich habe ein ausführliches Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten und Staatsminister Bernd Neumann geführt. Er hat erklärt, dass er nicht mehr für den Bundestag kandidiert. Das zwingt natürlich, darüber nachzudenken, wer in Bremen kandidiert und damit die parlamentarische Nachfolge von Bernd Neumann in Berlin antritt.

Und Sie treten an?

Ja, ich werde mich als seine Nachfolgerin für den ersten Listenplatz der Bremer CDU und natürlich auch für das Direktmandat in Bremen Stadt erneut bewerben. Mir ist wichtig zu ergänzen, dass Bernd Neumann im Bundestag eine großartige Arbeit gemacht hat und dass er ein ganz wichtiger Berater bleibt.

Was bedeutet das für Ihre Parteifunktion als Landesvorsitzende?

Selbstverständlich bleibe ich Vorsitzende der Bremer Christdemokraten. Ich stehe in dieser Funktion ja eher am Anfang und möchte noch viel bewegen. Und ich sehe gerade in der Funktion der Parteivorsitzenden in Kombination mit einem Berliner Mandat eine Stärkung auch für die Erfüllung der politischen Aufgaben in Bremen und Bremerhaven.

Aus den eigenen christdemokratischen Reihen kommt die Kritik, Sie hätten sich zur Landeschefin wählen lassen, um nun schnell nach Berlin zu verschwinden und damit die Neuorganisation der Bremer CDU zu vernachlässigen.

Es ist doch nichts Ungewöhnliches, dass Politiker neben einem anderen politischen Amt auch Parteivorsitzende sind. Ein sehr gutes Beispiel aus Bremen: Bernd Neumann. Und dem hat nun wirklich niemand vorgeworfen, er habe sich nicht genug um die Partei gekümmert. Manche meinten sogar, er kümmere sich zu viel... Außerdem möchte ich daran erinnern, dass ich schon 2009 im Wahlkreis Bremen Stadt für den Bundestag kandidiert habe und mich dem SPD-Konkurrenten nur relativ knapp geschlagen geben musste.

Sie sagten, dass Sie sich in Berlin für das Bundesland einsetzen wollen. Welche Themen haben Sie da im Auge?

Es geht um eine Kandidatur für ein Amt, in dem ich am meisten für Bremen und Bremerhaven tun kann. In den nächsten Jahren werden in der Bundeshauptstadt wichtige Weichen gestellt, die unser Bundesland betreffen. Mir geht es darum, den Industriestandort Bremen/Bremerhaven zu betonen und zum Beispiel klarzumachen, welche große Bedeutung die Offshore-Technik hat und haben muss. Da ist das Bundesland, wie man aktuell lesen konnte, im Bund nicht gut vertreten.

Sie spielen auf den grünen Senator Joachim Lohse an?

Genau! Dieser Bremer Ressortchef stellt in dieser Woche in der Bundeshauptstadt ein Positionspapier zur Energiepolitik vor, ohne das Wort ,Offshore’ auch nur ein einziges Mal zu erwähnen. Die Energiewende gehört zu den zentralen Themen der Zukunft, und da braucht Bremen eine Stimme.

Bei den Bremer Grünen ist mit einem Duell um das Berliner Mandat zu rechnen – in der CDU aber doch auch. Haben Sie eine Bewerbung des Bremerhavener Bürgermeisters Michael Teiser im Blick?

Über weitere Kandidaturen möchte ich keine Spekulationen abgeben.

Wie wird entschieden, wer nach Berlin geht?

Ich möchte gerne, dass bei einer solch wichtigen Frage die Mitglieder einbezogen werden. Ich stehe für eine lebendige Partei und nicht für Entscheidungen in Hinterzimmern.

Von innerparteilichen Kritikern wird Ihnen angekreidet, sie hätten keine Erfahrungen auf Bundesebene – eben anders als Teiser, der einmal im Bundestag war.

Schon als Bremer CDU-Spitzenkandidatin konnte ich an den Sitzungen des Bundesvorstands teilnehmen, und als Landesvorsitzende gehöre ich diesem Spitzengremium der Christdemokraten in Berlin an. Und genau eine solche Anbindung brauchen wir, wenn wir uns für Bremen und Bremerhaven eine starke Stimme wünschen. Daher bin ich auch ganz stolz, dass es mir gelungen ist, für den Jahresempfang der Bremer CDU am 5. Februar kommenden Jahres einen ganz besonderen Gast aus der Bundesregierung gewonnen zu haben: Angela Merkel.

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