Initiative setzt sich für mehr Sauberkeit ein Müll vom Werdersee landet vor dem Rathaus

Bremen. Vor dem Rathaus stinkt es gewaltig: Modriger Geruch von vergammeltem Fleisch, zerbrochenen Flaschen und ungezählten Zigarettenkippen macht sich vor dem Weltkulturerbe breit. Zwischen dem Unrat tummeln sich etwa 15 Frauen und Männer. Auf den Müllsäcken, die sie sich übergestreift haben, prangt eine eindeutige Botschaft: 'Rettet den Werdersee'.
23.07.2010, 19:00
Lesedauer: 1 Min
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Von christian meyer

Bremen. Vor dem Rathaus stinkt es gewaltig: Modriger Geruch von vergammeltem Fleisch, zerbrochenen Flaschen und ungezählten Zigarettenkippen macht sich vor dem Weltkulturerbe breit. Zwischen dem Unrat tummeln sich etwa 15 Frauen und Männer. Auf den Müllsäcken, die sie sich übergestreift haben, prangt eine eindeutige Botschaft: 'Rettet den Werdersee'.

Gerhard Bomhoff ist so etwas wie der Wortführer der Gruppe. 'Den Müll haben wir am Werdersee gesammelt', klärt er Passanten auf. Immer wieder ernten er und seine Mitstreiter heftiges Nicken, während sie ihre Handzettel verteilen. 'Schluss mit den Müll- und Alkoholexzessen' fordert die Initiative auf ihren signalroten Flyern.

Bomhoff ist der Schmutz schon lange ein Gräuel. Bereits im Frühjahr hatte er auf einer Beiratssitzung in der Neustadt darauf aufmerksam gemacht. Passiert sei jedoch nichts. Deswegen hat er die Initiative 'Rettet den Werdersee' ins Leben gerufen.

'Der Werdersee ist ein rechtsfreier Raum', ärgert sich der Initiativengründer. Es werden mutwillig Flaschen zerschmettert, und mit Einweggrills wird der Rasen geschädigt. Das müsse aufhören. Bomhoff fordert energisches Vorgehen gegen die Verschmutzung, die Lärmbelästigung und ein Verbot von Einweggrills. Die Initiative hat bereits versucht, das Problembewusstsein unter den Werdersee-Besuchern durch persönliche Ansprache zu stärken. Einige hätten sehr einsichtig reagiert, sagt er. Viele hätten aber auch mit Gewalt gedroht oder ihn beleidigt.

'Bremen steht im Dreck - und der Senat schaut weg', rufen die Protestler immer wieder. Sie haben nicht nur Müll mitgebracht vor das das Rathaus gekippt, sondern auch eine Bildergalerie aufgestellt: Wiesen übersäht mit Glasscherben, Brandflecken von Einweggrills und überquellende Mülleimer sind auf Fotos zu sehen. 'Es ist katastrophal' findet Günter Schmauder. Der 73-jährige Pensionär lebt in der Nähe des Werdersees: 'Das ist das Schönste, was nach dem Krieg in der Neustadt entstanden ist.' Deswegen ist er entsetzt, wie einige mit dem um 1960 angelegten See umgehen. 'Das werden einfach Flaschen auf den Boden gehauen', schimpft er.

Mitte August soll an einem Runden Tisch, der auch auf Druck der Initiative zustande kam, mit Behörden- und anderen Vertretern darüber diskutiert werden, wie man der Müllmassen Herr werden kann.

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