Finanzierung des Offshore Terminals in Bremerhaven Nabu fordert Zurückhaltung

Bremen. Die Privatwirtschaft hat kein passendes Konzept, nun könnte der Bremer Senat öffentliche Gelder für den Bau des geplanten Offshore-Terminals in Bremerhaven freigeben. Naturschützer warnen vor finanziellen Risiken und Umweltzerstörung.
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Bremen. Naturschützer fordert den Bremer Senat auf, keine öffentliche Finanzierung des Offshore-Terminals in Bremerhaven (OTB) zu beschließen. Neben der befürchteten Naturzerstörung bemängelt der Umweltverband Naturschutzbund Deutschland (NABU) unabsehbare Kosten für das Haushaltsnotlageland.

"Wenn die Privatwirtschaft nicht bereit ist einzusteigen, sollte der Staat sich nicht als besserer Kaufmann aufspielen", so der NABU. Die Naturschützer meinen, bei den Bremer Parteien der Landesregierung regelrecht automatisierte Reflexe beobachten zu können: Während die Bremer Sozialdemokraten "alles mit Häfen irgendwie gut fänden", setze das Nachdenken bei den Grünen sofort aus, wenn es um Windkraft gehe. So heißt es in einer Pressemitteilung am Montag. In dieser „unheiligen Allianz“ bliebe die Natur und der Schuldenabbau auf der Strecke, so der NABU.

Nabu: Flusswatten gefährdet

Ginge es nach den Naturschützern, sollte die Windkraftproduktion ohnehin in die Containerhäfen umgesiedelt werden. Denn dort, so die Annahme, werde ohnehin bald der Umschlag zurückgehen, sobald der neue Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven Fahrt aufnehme. Der bisher geplante Standort des OTB an dem sogenannten Blexer Bogen bedeute hingegen „die Zerstörung der letzten intakten Flusswatten an der Weser“.

"Öffentliche Finanzierung wäre Skandal"

Der zweite Kritikpunkt richtet sich gegen die Option, mit öffentlichen Geldern die ausbleibenden Privatinvestitionen auszugleichen. „Man hat das Gefühl, dass der Senat angesichts von 18 Milliarden Euro Schulden die 180 Milliönchen für den OTB als Peanuts ansieht“, stellt der NABU-Vorsitzende Bruno von Bülow fest.

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Angesichts von angeblich sechsstelligen Einsparungen pro Windkraftanlage wäre eine öffentliche Finanzierung des OTB "ein Skandal", findet der NABU. "Entweder ein Projekt rechnet sich, oder eben nicht. Der Bremer Senat hat oft genug bewiesen, dass er nicht besser rechnen kann als die Privatwirtschaft", betont Bruno von Bülow.

Der Senat wird sich in seiner Sitzung am Dienstag mit der Entscheidung zum Bau des Offshore-Terminals in Bremerhaven befassen. Die Baukosten sind mit 180 Millionen Euro veranschlagt. (wkd)

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