Auszeichnung für Start-up

Neue Ideen gegen den Welthunger

Die Stadtwerke Bremen fördern Start-ups und verleihen Preise an junge Unternehmen. Die diesjährige Auszeichnung erhielt Gerald Perry Marin für seine Idee, Pulver aus abgelaufenen Nahrungsmitteln herzustellen.
28.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Neue Ideen gegen den Welthunger
Von Stefan Lakeband
Neue Ideen gegen den Welthunger

Mit dem Nahrungspulver Fopo haben Adriana Balazy (von links), Gerald Perry Marin und Vita Jarolimkova den ersten Platz beim SWB-Wettbewerb belegt.

Roland Scheitz

Die Stadtwerke Bremen fördern Start-ups und verleihen Preise an junge Unternehmen. Die diesjährige Auszeichnung erhielt Gerald Perry Marin für seine Idee, Pulver aus abgelaufenen Nahrungsmitteln herzustellen.

Die Geschäftsidee von Gerald Perry Marin ist Müll. Müll, der eigentlich keiner sein müsste. Marin nimmt Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum fast abgelaufen ist und die daher eigentlich in der Tonne gelandet wären, und macht sie genießbar. Für dieses Lebensmittel-Recycling wurde der gebürtige Filipino mit seinem Start-up Food Heroes am Mittwoch von der SWB ausgezeichnet.

Marin kam die Idee zu Food Heroes vor einiger Zeit mit ein paar Kommilitonen. An der Universität im schwedischen Lund haben sie Produktdesign und Lebensmittel-Innovation studiert und waren vor allem von einer Zahl sehr schockiert: 40 Prozent der produzierten Nahrung landet im Müll. Sei es bei Bauern, Großhändlern, Supermärkten oder Kunden – jede Station dieser Kette verschwende Lebensmittel.

Gründungskultur in Bremen schaffen

Um etwas dagegen zu tun, haben Marin und seine Mitstreiter Vita Jarolimkova, Adriana Balazy, Kent Ngo und Liz Cabisidan das Nahrungspulver Fopo entwickelt. Hierfür sammeln die jungen Unternehmer fast abgelaufene Früchte wie Bananen und verarbeiten sie weiter. „Wir schockfrosten Essen und machen daraus ein Pulver“, erklärt Marin. „So erhöhen wir die Haltbarkeit von zwei Wochen auf zwei Jahre.“ Das nahrhafte Pulver können die Kunden dann etwa ins Müsli, Eis oder Wasser mischen.

Der SWB, die über ihren Start-up-Förderprogramm „Kraftwerk“ zur „Smart Tech Trophy“ aufgerufen hat, war diese Idee 3000 Euro und eine Auszeichnung wert. „Vor allem ihre Begeisterungsfähigkeit und das nachhaltige Konzept haben uns überzeugt“, sagt Jens-Uwe Freitag, Geschäftsleiter von SWB Erzeugung und Jury-Mitglied des Ideenwettbewerbs. Er hofft, durch solche Projekte eine richtige Gründungskultur in Bremen zu schaffen.

42 Bewerber-Teams

Mit ihrer Idee haben sich die Food Heroes gegen 42 andere Gründer-Teams aus insgesamt 13 Nationen durchgesetzt. „Wir hatten sehr viele internationale Bewerber“, sagt Heinrich Schröder, Prokurist der SWB und Mitgründer des sogenannten Accelerators. Neben Food Heroes wurden noch zwei weitere Gewinner geehrt. Evoblade aus der Nähe von Bremen und Just Charge aus Hannover. Evoblade arbeitet an einer Idee, die Rotorblätter von Windanlagen effizienter zu machen; Just Charge ist ein Onlineservice, der Fahrern von Elektroautos den Weg zur nächstgelegene Ladesäule zeigt.

Neben einem Preisgeld haben sie, genauso wie Food Heroes, die Möglichkeit, mit ihrem Unternehmen in die Büros des Start-up-Entwicklers Kraftwerk im Alten Postamt am Bahnhof zu ziehen. „Dort werden sie für ein Jahr gefördert“, sagt Schröder. Finanziell, aber auch durch Schulungen. „Rüstzeug“ für das Unternehmertum, nennt er das. Zudem sollen die jungen Unternehmen Kontakt zur SWB bekommen und dort ihre Erfahrungen austauschen können. Künftig soll der Accelerator auch noch durch andere große Bremer Firmen gefördert werden, um die Themenvielfalt des Entwicklers zu vergrößern.

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