Kaulvers bekommt Applaus zum Abschied

Neuer BLB-Vorstand schwört auf schwierige Zeiten ein

Wie geht es weiter, mit der Bremer Landesbank? Diese Frage treibt die Angestellten des Instituts schon länger um. Jetzt haben sie von den neuen Chefs endlich Antworten bekommen.
04.11.2016, 00:00
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Neuer BLB-Vorstand schwört auf schwierige Zeiten ein
Von Jürgen Hinrichs
Neuer BLB-Vorstand schwört auf schwierige Zeiten ein

Der neue Vorstand der Bremer Landesbank zeigte sich zuversichtlich. Irgendwann, werde die Bank wieder ein feines Institut sein, hieß es.

dpa

Wie geht es weiter, mit der Bremer Landesbank? Diese Frage treibt die Angestellten des Instituts schon länger um. Jetzt haben sie von den neuen Chefs endlich Antworten bekommen.

Der Hanse-Saal im Kongresszentrum war proppenvoll, rund 900 Mitarbeiter der Bremer Landesbank (BLB), die wissen wollten, wie es weitergeht. Sie wollten es von ihren Vorständen erfahren, von den neuen Chefs vor allem, die von der Mutter NordLB zur Tochter BLB entsandt wurden, um die Bank aus ihrer Misere zu befreien. Die Antwort war: Zuversicht. „Die Bank soll so aufgestellt werden, dass wir irgendwann wieder ein feines Institut sind“, sagt Jörg Walde, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der BLB.

Vorne im Saal standen mehr als die vier Männer aus dem Vorstand. Es waren sechs. Zwei darunter, die sich mit persönlichen Worten von ihren Angestellten verabschiedet haben: Der bisherige Vorstandsvorsitzende Stephan-Andreas Kaulvers und sein Stellvertreter und Risikovorstand Heinrich Engelken. Unter ihrer Führung ist die BLB mit ihren faulen Schiffskrediten in derart schwere See geraten, dass der Untergang drohte. Pfiffe oder Buhrufe gab es deswegen aber keine. Im Gegenteil, erzählt Walde, „es war ein warmherziger Abschied, die beiden haben viel Applaus bekommen“.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Bremer Landesbank: Christian Veit.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Bremer Landesbank: Christian Veit.

Foto: dpa

Vorstand präsentiert sich authentisch und offen

„Die neuen Vorstände haben deutlich gemacht, dass wir schwierige Zeiten vor uns haben“, berichtet der Personalratschef. Das ist keine überraschende Botschaft, und deshalb kann es nur die Art und Weise gewesen sein, die überzeugt hat. „Die beiden waren sehr authentisch, klar und offen, das ist gut angekommen.“

Nach den Reden kam die Aussprache, vier Fragen, sagt Walde, mehr waren es nicht. Und klar, worüber die Beschäftigen der Bank etwas hören wollten: über ihre Arbeitsplätze, 300 am Standort in Oldenburg und etwas mehr als 700 in Bremen. Wie viele bleiben am Ende davon übrig?

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Dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird, war von der NordLB bereits versprochen worden. Gleichzeitig wurden Zahlen in Umlauf gebracht, zuletzt von der Aufsichtsratsvorsitzenden der BLB. Bremens Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) sprach davon, dass man bei Fusionen dieser Art mit einem Stellenabbau in der Größenordnung von 20 Prozent rechnen müsse.

"Zufluss an Arbeitsplätzen ist möglich"

Solche Angaben haben die Vorstände nicht gemacht. „Es wird sich alles angeguckt“, fasst der Personalratsvorsitzende die Antworten zusammen. Wo gibt es Doppelstrukturen und können Synergien erreicht werden? Wenn an der Zusage festgehalten wird, niemandem zu kündigen, geschieht das behutsam. Betroffen sind davon in der Regel die Stäbe und weniger solche Abteilungen, die im Vertrieb mit den Privat- oder Firmenkunden zu tun haben.

„Bei uns sind keine Zahlen im Schwange“, sagt Walde. Er verweist darauf, dass es neben dem Abfluss ja auch einen Zufluss an Arbeitsplätzen geben könne. „Die NordLB hat Stabsfunktionen ausgelagert und muss sie jetzt wieder reinholen, weil die Bankaufsicht es so haben will. Dafür könnte sie sich bei uns bedienen.“

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