Kommentar zu überfüllten Notaufnahmen

Notstand in Bremer Krankenhäusern

Die Notfallversorgung in den Krankenhäusern ist am Limit. Diese Entwicklung ist seit Langem absehbar, aber sie wurde von der Politik ignoriert, meint Sabine Doll.
13.11.2019, 19:49
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Notstand in Bremer Krankenhäusern
Von Sabine Doll

Die Entwicklung kam nicht über Nacht: Seit Jahren hat sich abgezeichnet, dass immer mehr Menschen die Notaufnahmen ansteuern, obwohl sie keine wirklichen Notfälle sind. In Bremens größter Notaufnahme am Klinikum Mitte hat sich die Zahl der jährlich dort versorgten Patienten in knapp zwei Jahrzehnten auf fast 40 000 verdoppelt.

Und: Dass die Pflegepersonaluntergrenzen, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Anfang dieses Jahres eingeführt hat und die ab 2020 sogar noch ausgeweitet werden sollen, die Lage in den vom Pflegekräftemangel gebeutelten Kliniken noch verschärfen würden, war ebenfalls absehbar.

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Eigentlich sollten die Personalvorgaben die Versorgung schwerkranker Menschen verbessern. Jetzt könnten sie allerdings dafür sorgen, dass aus dem großen Druck, der seit Langem auf der Notfallversorgung in den Krankenhäusern lastet, ein echter Notstand wird. Dieser geht zulasten des Personals und der Patienten. Zu Recht fordern die Notfallmediziner schnelle Lösungen von der Politik. Die Notfallversorgung ist der Flaschenhals der stationären Versorgung in den Kliniken. Hier geht es nicht selten um Leben und Tod.

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