Fragen und Antworten Was wir über den Totimpfstoff des US-Herstellers Novavax wissen

Mit dem Vakzin Nuvaxovid könnte der erste Totimpfstoff bald für den europäischen Markt zugelassen werden. Wir erklären, was über das Produkt der Firma Novavax bekannt ist und welche Vorteile es bietet.
18.11.2021, 15:34
Lesedauer: 2 Min
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Was wir über den Totimpfstoff des US-Herstellers Novavax wissen
Von Jan-Felix Jasch
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Der US-Hersteller Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der EU beantragt. Das teilte die zuständige europäische Arzneimittelbehörde EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Ein Expertenteam werde nun die Daten des Herstellers prüfen und Risiken gegen Nutzen abwägen. Eine Entscheidung wird in einigen Wochen erwartet, wie die EMA mitteilte.

Die Experten hatten bereits im laufenden Prüfverfahren Studien zur Wirkung bewertet. Auch sei eine vorläufige Prüfung von möglichen Risiken bereits abgeschlossen worden. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen. Das aber gilt als Formsache. Bisher sind in der EU vier Impfstoffe zugelassen worden.

Das ist über den Impfstoff von Novavax bekannt

Das Vakzin von Novavax ist der erste sogenannte Totimpfstoff, für den eine Zulassung beantragt worden ist. Das Produkt mit dem Namen Nuvaxovid (NVX-CoV2373) enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. 

Totimpfstoffe enthalten abgetötete Krankheitserreger, die sich nicht mehr vermehren können. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht. Zu den Totimpfstoffen gehören auch Vakzine gegen Diphtherie, Hepatitis B, Kinderlähmung, Keuchhusten und Tetanus.

Nuvaxovid ist der einzige Impfstoff dieser Art, bei den Präparaten von Biontech und Moderna handelt es sich um mRNA-Vakzine; Johnson & Johnson und Astra-Zeneca sind Vektor-Impfstoffe. Die Wirksamkeit von Nuvaxovid liegt nach Angaben des Herstellers bei 90,4 Prozent. 

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Welche Nebenwirkungen bekannt sind

Von Studienteilnehmern ist das Vakzin nach Herstellerangaben mehrheitlich gut vertragen worden. Probanden berichteten teilweise über zeitweilige Schmerzen an der Einstichstelle sowie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen. Auch der Impfstoff von Novavax wird in zwei Dosen verabreicht, als Abstand genügen drei Wochen. 

Welche Vorteile das Vakzin von Novavax bietet

In das Vakzin werden große Hoffnungen für das Covax-Programm gesetzt, das auch ärmeren Ländern einen Zugang zu Impfstoffen garantieren soll. Der Impfstoff lässt sich bei Kühlschranktemperatur lagern, was die Logistik erleichtert. Zudem forscht der Hersteller an einer kombinierten Grippe- und Coronaimpfung, sodass es möglich werden könnte, mit einer Impfung gegen beide Krankheiten immun zu werden.

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