43-Millionen-Projekt in Bremen

Oberneuland soll Unterführungen bekommen

Bremen. Das Warten der Autofahrer an drei Bahnübergängen in Oberneuland hat ein Ende - wenn auch erst in den kommenden Jahren: Die Baudeputation hat der Finanzierung von Verkehrs-Unterführungen einstimmig zugestimmt.
09.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Rainer Kabbert

Bremen. Das Warten der Autofahrer an drei Bahnübergängen in Oberneuland hat ein Ende - wenn auch erst in den kommenden Jahren: Die Baudeputation hat gestern der Finanzierung von Verkehrs-Unterführungen einstimmig zugestimmt. Diese so genannten Trogbauten werden für die Franz-Schütte-Allee, Auf der Heide und in der Mühlenfeldstraße geplant.

Die Bahnübergänge sollen verschwinden, weil das Streckennetz der Deutschen Bahn im Bereich der Strecken Wanne-Eickel/Bremen/Hamburg für die erhöhte Zuggeschwindigkeit von 200 Kilometer in der Stunde ausgebaut werden muss. Von den Baukosten in Höhe von 43,2 Millionen Euro trägt Bremen ein Drittel (15,3 Millionen).

Vorbereitende Arbeiten (etwa Rodungen des Baumbestands) sind ab Ende 2012 vorgesehen, realisiert werden die Trogbauten Franz-Schütte-Allee und Auf der Heide von Mitte 2013 bis Anfang 2016. Arbeiten für die Mühlenfeldstraße sind für Anfang 2016 bis Mitte 2018 terminiert.

Schon im Mai 1998 hatten Bau- und Wirtschaftsdeputation der Bereitstellung von Planungsmitteln zugestimmt. 2004 wurde der Planfeststellungsbeschluss gefasst, der nach Einsprüchen und Klagen inzwischen rechtsbeständig ist.

Schon vor der Deputationssitzung hatte der SPD-Baupolitiker Jürgen Pohlmann das Bauprojekt begrüßt, weil die künftigen Tunnellösungen den Straßen- und Schienenverkehr in Oberneuland sicherer machen würden. Auch mit langen Schließzeiten an den Bahnübergängen und damit verbundenen Rückstaus werde Schluss sein.

Die Baudeputation hat auch den 2.Fortschrittsbericht zur Einzelhandelsentwicklung in der Bremer Innenstadt zur Kenntnis genommen. Ziel ist die räumliche und funktionale Aufwertung des Ansgariviertels, die in Kooperation mit den Grundstückseigentümern und potenziellen Investoren erreicht werden soll (wir berichteten). Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing kündigte gestern ein entsprechendes Innenstadtkonzept noch in diesem Jahr an.

Abgesegnet haben die Deputierten auch das Projekt "Zwischennutzungsagentur für Bremen", die mit einer Laufzeit von vier Jahren 500000 Euro kosten soll. Das Konzept existiert seit 2007 und hat zum Ziel, brachliegende Flächen und leerstehende Gebäude bis zur endgültigen Vermarktung für eine Zwischennutzung - zum Beispiel als Ausstellungs- oder Veranstaltungsorte für die Kreativwirtschaft - zu vermitteln. Die Zwischennutzungsagentur Zwischenzeitzentrale (ZZZ) leistet diese Vermittlung seit 2009.

Die Förderung durch das Bundesbauministerium endet im Sommer. Das Projekt soll nun mit bremischen Mitteln fortgesetzt werden. Die CDU hatte sich in der Deputation enthalten, weil, wie der Abgeordnete Heiko Strohmann sagte, "wir uns mit der Finanzierung schwer tun". Allerdings lasse er sich auch gerne überzeugen, wenn es denn eine "Erfolgsgeschichte" sei. "Es ist ein gutes Projekt", erwiderte Ralph Saxe (Grüne). Nicht zuletzt sei mit diesem Konzept auch eine Aufwertung brachliegender Flächen möglich.

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