Ausnahmeregelung in Bremen Ohne Feinstaubfilter in die Umweltzone

Bremen. Im Juni 2011 beginnt die dritte Phase der Umweltzone. Auf Bremens Straßen dürfen dann nur noch Autos mit einer grünen Umweltplakette fahren. Für einige Fahrzeuge soll es aber eine Ausnahme geben, sagt Michael Ortmanns, Sprecher der Bremer Umweltbehörde.
22.01.2010, 14:08
Lesedauer: 2 Min
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Von Ronja Bomhoff

Bremen. Im Juni 2011 beginnt die dritte Phase der Umweltzone. Auf Bremens Straßen dürfen dann nur noch Autos mit einer grünen Umweltplakette fahren. Für einige Fahrzeuge soll es aber eine Ausnahme geben: „Wir wollen eine Sonderregelung für Autos schaffen, für die es keine Feinstaubfilter gibt“, sagt Michael Ortmanns, Sprecher der Bremer Umweltbehörde.

Der Halter müsse vom TÜV oder Dekra nachweisen lassen, dass das Auto aus technischen Gründen nicht nachgerüstet werden könne. Mit dieser Bescheinigung geht es dann zur Stadt, das kostet 29 Euro Bearbeitungsgebühr.

Weniger als ein Prozent der in Deutschland registrierten Autos seien davon betroffen. „Die Fahrer müssten sich ein neues Auto kaufen. Das wollen wir niemandem zumuten“, begründet Ortmanns die Überlegungen.

Bisher wurden in der Umweltzone nur Ausnahmen gemacht, wenn der Halter wirtschaftliche Härte nachweisen konnte oder „natürlich wenn eine Behinderung vorliegt“, so Ortmanns.

Die Sonderregelung hat die Bremer Umweltbehörde aus Berlin übernommen. Dort müssen die Fahrer eine Bescheinigung hinter die Windschutzscheibe legen. Eine einheitliche Regelung in den Umweltzonen gibt es aber nicht. Es ist fast immer eine gesonderte Ausnahmebescheinigung nötig. „Die Bundesregierung denkt darüber nach, die Umweltzone in Deutschland einheitlich zu gestalten“, so Ortmanns, „bisher gilt aber noch kommunales Recht.“

Wer ein Modell fährt, für das es keinen Feinstaubfilter gibt, hat im Internet vielleicht noch die Chance, einen Filter zu bekommen. Der ADAC verweist auf die Firma Vitkus in Flensburg. Sie biete die Möglichkeit, sich online für einen Feinstaubfilter anzumelden.

Kommen genug Registrierungen für ein Modell zusammen, baut Vitkus laut Geschäftsführung einen Filter. „Wenn der Einbau relativ leicht ist, reichen 1000 Anfragen, damit wir den Filter entwerfen“, sagt Geschäftsführer Michael Vitkus. Seine Firma habe seit der Einführung der Umweltzonen viel zu tun. „Die Anfragen haben sich vervierfacht. Mittlerweile sind 20000 Registrierungen eingegangen“, so der Geschäftsführer.

Fünf spezielle Filtermodelle hat die Firma Vitkus bisher angefertigt. „Momentan bauen wir einen Filter für den Fiat Ducato. Damit sind wir noch ein halbes Jahr beschäftigt.“ Die fertigen Filter kommen dann mit der Post zu den Kunden. In einer Werkstatt vor Ort können sie in die Autos eingebaut werden.

 

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