Gegen-Demonstration geplant Pegida-Ableger jetzt auch in Bremerhaven

In Bremen und Bremerhaven wird nach Informationen des WESER-KURIER zu Aktionen aufgerufen, die sich gegen „Überfremdung“ und „Islamisierung“ richten. Pegida konstituiert sich offenbar nun auch hier.
19.01.2015, 20:02
Lesedauer: 2 Min
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Pegida-Ableger jetzt auch in Bremerhaven
Von Jürgen Hinrichs

In Bremen und Bremerhaven wird nach Informationen des WESER-KURIER zu Aktionen aufgerufen, die sich gegen „Überfremdung“ und „Islamisierung“ richten. Pegida konstituiert sich offenbar nun auch in den beiden Städten. In der Seestadt formiert sich bereits Widerstand, es soll eine Gegendemonstration geben. In Bremen nimmt gerade ein neues Bündnis für Toleranz und Weltoffenheit seine Arbeit auf.

„Gegen die Überfremdung unserer Städte“ – so lautet die Überschrift einer Demonstration mit anschließender Kundgebung, die für den 16. Februar, einen Montag, in Bremerhaven angemeldet wurde. „Pegida wird in dem Antrag nicht ausdrücklich genannt“, erklärte Harry Götze, Polizeichef in der Seestadt. Es werde nun geprüft, ob man die Veranstaltung genehmigen könne.

„Nach derzeitigem Stand gibt es keine Verbotsgründe“, sagte Götze. Er betonte, dass es, anders als in Dresden, wo die Polizei eine Pegida-Demonstration und die geplanten Gegenaktionen wegen Hinweisen auf Gewalttaten verboten hat, in Bremerhaven und Bremen lediglich eine abstrakte Gefahrenlage gebe.

Die Grünen in Bremerhaven haben gestern für den 16. Februar eine Gegendemonstration beantragt. „Wir dulden solche Bewegungen nicht, schon gar nicht in einer Hafenstadt mit ihren vielen internationalen Kontakten“, erklärte Parteichef Frank Willmann. Er will sich für die Demonstration um ein breites gesellschaftliches Bündnis bemühen.

Genau so ein Bündnis ist in Bremerhaven analog zu Bremen gerade in Vorbereitung, wie Oberbürgermeister Melf Grantz gestern mitteilte. Das Bündnis in Bremen ist gestern zu einem ersten Arbeitstreffen zusammengekommen. Konkret wird die geplante Kundgebung am 26. Januar vorbereitet. Unterdessen ist im Internet mit der Pegida-Überschrift „Gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ein neuer Aufruf zu regelmäßigen Aktionen in Bremen veröffentlicht worden. Unklar ist noch, was und wer genau dahinter steckt.

Nach dem Verbot der Pegida-Demonstration am Montag in Dresden gingen in vielen anderen deutschen Städten Anhänger und Gegner des islamkritischen Bündnisses wieder auf die Straße.

Unterdessen will Kanzlerin Angela Merkel eine Beschädigung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit wegen Terrordrohungen nicht hinnehmen und notfalls auch Hilfe des Bundes mobilisieren. „Falls der Bund hilfreich sein kann, um solche Demonstrationen abzusichern, werden wir – wenn wir gebeten würden – natürlich dafür Sorge tragen“, sagte Merkel gestern in Berlin. Pegida will schon am kommenden Montag wieder in Dresden demonstrieren.

>> Zum Verbot der Pegida-Demonstration lesen Sie hier einen Kommentar von Jörg-Helge Wagner

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