Gesandte der Bundesländer machen sich mit Veranstaltungsorten vertraut Planungen für Einheitsfeier in vollem Gang

Bremen. Am 3. Oktober blickt die Republik auf Bremen. Die Hansestadt ist in diesem Jahr Gastgeber der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Hinter den Kulissen wird schon seit Monaten geplant und konzipiert. Die Organisatoren stehen vor einer Mammutaufgabe.
03.02.2010, 19:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Sebastian Manz

Bremen. Am 3. Oktober blickt die Republik auf Bremen. Die Hansestadt ist in diesem Jahr Gastgeber der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. Hunderttausende Besucher erwarten die Veranstalter. Zu den Gästen gehören die obersten Repräsentanten der Bundesrepublik und hochrangige Vertreter aus aller Welt. Hinter den Kulissen wird schon seit Monaten geplant und konzipiert. Die Organisatoren stehen vor einer Mammutaufgabe, strahlen aber große Zuversicht aus.

Gleich an mehreren Orten werden sich die Festivitäten rund zum Nationalfeiertag ballen: Im Dom nehmen die Feierlichkeiten mit einem ökumenischen Gottesdienst ihren Anfang. Der offizielle Staatsakt samt Empfang des Bundespräsidenten findet im Anschluss daran in der Bremen Arena statt. Der Rest des Tages ist bestimmt von einem Bürgerfest, das sich vom Marktplatz über die Schlachte bis in die Überseestadt zieht. Das Zentrum des Fests ist die sogenannte Ländermeile im Europahafen. Dort präsentieren sich die Bundesländer und die Verfassungsorgane.

Eine Vorhut von 50 Vertretern aus Bund und Ländern hat sich in den vergangenen beiden Tagen einen Eindruck von den Gegebenheiten in Bremen verschafft. In Bremen Arena und Dom galt es vor allem, die protokollarischen Abläufe der offiziellen Veranstaltungen abzustimmen. Bremens Protokollchefin Birgitt Rambalski erläuterte den Delegationen Sitzpläne, Kamerapositionen oder zeitliche Abfolgen. Selbst der Verlauf einzelner Fußwege, die die Ehrengäste später zurücklegen, wurde gestern schon skizziert.

Die Gesandten aus den Senats- und Staatskanzleien sind auch zuständig für die Zelte ihrer Bundesländer beim Bürgerfest. 'Jeder will möglichst nah ans Bremer Zelt, weil das in diesem Jahr das größte sein wird', verrät Andreas Weippert von der Protokollabteilung des Rathauses. Auf einem 500 Meter langen Boulevard wollen sich die Länder den Besuchern vorstellen. Zum Vergleich: Bei der ersten Einheitsfeier in Bremen im Jahr 1994 passte die Ländermeile noch in die Untere Rathaushalle.

Beim Fest in der Überseestadt soll auch eine große Seebühne zum Einsatz kommen. Für die Bespielung, wie für die meisten anderen Programmpunkte der Feier, ist die Berliner Firma 'Compact Team' zuständig. Die Agentur hat Erfahrung mit Großereignissen. Unter anderem hat sie das Rahmenprogramm zum Tag des Mauerfalls samt Riesendominospiel im vergangenen Jahr in Berlin organisiert. Darüber, welche Bands und Musiker bei den Einheitsfeiern in Bremen auftreten, schweigt sich die Agentur noch aus. Nur so viel verrät ein Sprecher: 'Es werden Hochkaräter sein.'

Um Bremens maritimen Charakter zu unterstreichen, sollen auch zahlreiche Schiffe im Europahafen anlegen und begehbar sein. Angekündigt sind unter anderem die 143 Meter lange Fregatte Sachsen und das Forschungsschiff Polarstern vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut. Ein weiterer Höhepunkt an der Ländermeile ist ein mobiler Bundestag. Je 200 Besucher können dort in einem Miniatur-Plenarsaal Bundestagssitzungen simulieren.

Der Organisationsstab im Rathaus besteht derzeit aus 15 Mitarbeitern. Momentan feilen sie hauptsächlich an den logistischen Herausforderungen, die das Großereignis mit sich bringt. Für die Ehrengäste und ihr Gefolge müssen passende Unterkünfte bereitgestellt werden. Bremens öffentliches Verkehrsnetz muss auf den erwarteten Besucheransturm vorbereitet werden. Und nicht zuletzt muss die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet sein.

BKA und die Bremer Polizei haben schon im August vergangenen Jahres mit ihren Vorbereitungen für die Einheitsfeiern begonnen. 'Es wird eine ähnliche Herausforderung wie der Kirchentag werden, allerdings haben wir es mit einer anderen Sicherheitslage zu tun: Die gesamte politische Elite des Landes wird da sein', sagt Polizeiführer Stefan Kiprowski. Die Polizei fühle sich jedoch gut vorbereitet. Eine Abordnung der Bremer Ordnungshüter war in den vergangenen Jahren zu Gast bei den Einheitsfeierlichkeiten in Hamburg und Saarbrücken. 'Dort haben wir den Kollegen vor Ort bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut', erklärt Kiprowski. Der Polizist erwartet, dass viele Anforderungen erst in den kommenden Monaten entstehen, wenn sich etwa weiterer Staatsbesuch ankündigt. In jedem Fall werden Kräfte aus anderen Bundesländern ihre Bremer Kollegen unterstützen. Bei aller Vorsicht, möchte die Polizei aber möglichst im Hintergrund agieren. 'Schließlich soll es ein Fest werden', sagt Kiprowski.

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