Bremer Bürgerschaft

Politik will Pflege verbessern

Bremen. Mehr Qualität, mehr Transparenz – das sind zwei Schwerpunkte, die im Zusammenhang mit dem Thema Gewalt in der Pflege am Donnerstag in der Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft diskutiert worden sind.
22.11.2012, 15:54
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Politik will Pflege verbessern

In Bremen gibt es 100 Altenpflegeheime mit 7800 Plätzen.

dpa

Bremen. Mehr Qualität, mehr Transparenz – das sind zwei Schwerpunkte, die im Zusammenhang mit dem Thema Gewalt in der Pflege am Donnerstag in der Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft diskutiert worden sind.

Unter der Überschrift “In Würde alt werden“ haben die Abgeordneten dabei die Misshandlung einer alten Frau durch eine Pflegerin in einem Heim verurteilt. Der Vorfall, der bekannt wurde, weil eine vom Sohn installierte Kamera ihn aufnahm, hat inzwischen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

In der Verurteilung des Einzelfalls und darüber, dass es Verbesserungen im Pflegesystem geben muss, waren sich die Abgeordneten einig. So stellte Klaus Möhle, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion noch einmal klar: „Der Akt war ganz klar ein Verstoß gegen die Menschenwürde.“

Er betonte aber auch: „Die meisten Pflegerinnen und Pfleger leisten Schwerstarbeit und gute Arbeit.“ Er fordert zur Vermeidung künftiger Gewalt „eine offene Diskussion über Beschwerden“, die Öffnung von Heimen in die Stadtteile hinein und mehr Mitsprache und Kontrolle, auch von Externen. Wie in der Frage der Kindeswohlsicherung müssten funktionierende Netzwerke installiert werden.

Es dürfe keine neuen Großeinrichtungen geben, forderte der grüne Abgeordnete Dirk Schmidtmann. Für die Fraktion der Linken kritisierte Peter Erlanson, dass das „Prinzip Profit anstelle des Prinzips Menschlichkeit“ gelte.

„Wir werden über die finanzielle Ausstattung und Pflegeschlüssel sprechen müssen“, nannte Claas Rohmeyer (CDU) Konsequenzen aus dem Vorfall. Auch die personelle Ausstattung der Heimaufsicht als Kontrollorgan müsse diskutiert werden.

Die Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) betonte: „Der Fall darf nicht mit schlechter Bezahlung und Druck begründet werden.“ Sie plädierte dafür, die Quartiere zu stärken, Bettenburgen abzubauen und eine bundesweite Debatte über die Zukunft der Pflege anzustoßen. (fis)

Mehr zum Thema lesen am Freitag im WESER-KURIER.

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