Großeinsatz in Horn-Lehe Polizei bestätigt: Rechte mit Nähe zu Hooligan-Netzwerk

Die Bremer Polizei ist am späten Sonnabend mit einem Großaufgebot gegen eine Gruppe aus der rechten Szene vorgegangen, Die Polizei rechnet sie dem Umfeld der Gruppierung "Gemeinsam stark Deutschland" zu.
18.06.2016, 22:52
Lesedauer: 1 Min
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Die Bremer Polizei ist am späten Sonnabend mit einem Großaufgebot gegen eine Gruppe aus der rechten Szene vorgegangen, Die Polizei rechnet sie dem Umfeld der Gruppierung "Gemeinsam stark Deutschland" zu.

Die Beamten waren nach Polizeiangaben über Notruf alarmiert worden, dass sich im Bereich des Hochschulrings etwa 30 bis 40 Vermummte angesammelt hatten. Die Personen brannten Fackeln und Pyrotechnik ab und verteilten "Fuck Antifa"-Aufkleber. "Die Personen sind skandierend durch die Straßen im Bereich der Universität Bremen gezogen", sagte eine Sprecherin der Polizei Bremen.

Es wird vermutet, dass die Gruppe sich selbst inszenierte, um die Aufnahmen anschließend ins Internet zu stellen. Mitgeführt hatten sie neben einem Banner mit der Aufschrift "Anti-Antifa" auch Sturmhauben, Quarzsandhandschuhe und Baseballschläger.

Die Polizei beendete die Versammlung mit einem großem Aufgebot. Es wurden 44 Personen in Gewahrsam genommen. Laut Polizeiangaben sind sie der rechten Szene und dem Umfeld der Gruppierung "Gemeinsam stark Deutschland" zuzuordnen, das eine Abspaltung des rechten Hooligan-Netzwerkes "Hooligans gegen Salafisten (Hogesa)" ist.

Ein Zusammenhang könnte es auch mit dem rechten Vorfall am Weserstadion in der vergangenen Woche geben - denn die Sturmhauben waren wie bei diesem in den Farben Grün-Weiß.

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Betretungsverbote und Gefährderansprachen

Nach der Feststellung der Identität wurden alle Personen noch am Sonnabend wieder auf freien Fuß gesetzt, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte. Die Gruppe setzte sich aus 31 Auswärtigen und 13 Bremern zusammen. Den Beteiligten aus Bremen wurden Gefährderansprachen gehalten, gegen die Auswärtigen wurden Betretungsverbote für die Stadt Bremen ausgesprochen.

Bislang wurden nach Polizeiangaben 15 Ermittlungsverfahren eingeleitet - eines wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, fünf Strafverfahren gegen das Betäubungsmittelgesetz und neun Ordnungswidrigkeiten gemäß des Waffengesetzes.

Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Verletzte hat es nicht gegeben. (wk)

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