Korruptionsvorwürfe Razzia bei Atlas Elektronik in Bremen

Wegen neuer Korruptionsvorwürfe hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag Geschäftsräume des Bremer Marineelektronik-Unternehmens Altas Elektronik durchsuchen lassen.
13.01.2016, 13:38
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Razzia bei Atlas Elektronik in Bremen
Von Philipp Jaklin

Wegen neuer Korruptionsvorwürfe hat die Staatsanwaltschaft Geschäftsräume des Bremer Marineelektronik-Unternehmens Altas Elektronik durchsuchen lassen.

Wie die Behörde dem WESER-KURIER bestätigte, suchten Beamte am Dienstag die Firmenzentrale im Bremer Stadtteil Sebaldsbrück auf. „Es besteht der Verdacht, dass türkische Militärangehörige bestochen worden sind“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dabei soll es um Geschäfte mit Torpedos und Sonarsystemen gegangen sein.

Auch Atlas Elektronik bestätigte die Durchsuchung. Die Staatsanwaltschaft ermittle derzeit, „ob es bei Geschäftsbeziehungen (…) in der Türkei zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist“. Das Unternehmen kooperiere „vollumfänglich mit den Behörden und wirkt an der weiteren Aufarbeitung des Sachverhalts aktiv mit“, wie es in einer Stellungnahme hieß.

Bereits im vergangenen Jahr habe Atlas eine interne Untersuchung begonnen und der Staatsanwaltschaft Unterlagen zu dem Türkei-Projekt übergeben. Bei der Razzia am Dienstag seien weitere Dokumente übergeben worden. Eine „schnelle und umfassende Aufklärung“ habe für das Unternehmen nun „oberste Priorität“. „Der Anfangsverdacht ging von der Staatsanwaltschaft aus“, sagte dazu der Sprecher der Anklagebehörde.

Die Staatsanwaltschaft hat damit bereits das zweite Ermittlungsverfahren gegen Atlas wegen Korruptionsvorwürfen eröffnet. Bereits seit 2013 beschäftigt die Ermittler das sogenannte „Hellas-Verfahren“. Hierbei geht es um mutmaßliche Schmiergelder, die das Unternehmen an griechische Regierungsangehörige gezahlt haben soll. Das Verfahren läuft derzeit noch.

Atlas Elektronik stellt unter anderem Sonarsysteme für U-Boote und Torpedos her. Das Unternehmen beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter. Bereits 2013 hatte es bei Atlas in Sebaldsbrück und in der Torpedo-Fertigung in Wedel bei Hamburg Durchsuchungen wegen des „Hellas Verfahrens“ gegeben. Atlas ist ein Gemeinschaftsunternehmen von ThyssenKrupp und der EADS-Tochter Airbus.

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