Dreistündige Abschlusskundgebung der Bremer Linken Rede-Marathon auf dem Goetheplatz

Bremen. Gäbe es einen Preis für die längste Kundgebung im Bremer Wahlkampf, die Linken wären wohl heiße Anwärter auf die Auszeichnung. Satte drei Stunden hat ihre Veranstaltung auf dem Goetheplatz gedauert. Mit dabei: Fraktionschef Gregor Gysi.
18.05.2011, 21:50
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Von Thomas Joppig

Bremen. Gäbe es einen Preis für die längste Kundgebung im Bremer Wahlkampf, die Linken wären wohl heiße Anwärter auf die Auszeichnung. Satte drei Stunden hat ihre Veranstaltung auf dem Goetheplatz gedauert. Mit dabei: Fraktionschef Gregor Gysi.

Gäbe es einen Preis für die längste Kundgebung im Bremer Wahlkampf, die Linken wären wohl heiße Anwärter auf die Auszeichnung. Satte drei Stunden dauert ihre Veranstaltung auf dem Goetheplatz – nach Ansprachen der Bremer Spitzenkandidaten Kristina Vogt und Klaus-Rainer Rupp, sowie den Reden der Parteichefs Gesine Lötzsch und Klaus Ernst warten die Zuhörer auf den – neben Oskar Lafontaine – wohl prominentesten Kopf der Partei: Der verspätete Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi lobt denn auch das Beharrungsvermögen des Publikums: „Ich finde ihre Geduld beachtlich“, sagt er.

Es sind vor allem die vertrauten Forderungen der Linken, die den Applaus des Bremer Publikums finden: Ein gesetzlicher Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde, eine Vermögenssteuer für Millionäre, eine Finanztransaktionssteuer, die bessere Entlohnung von Leiharbeit, und die Abschaffung von Ein-Euro-Jobs. „Von Arbeit muss man leben können“, sagt etwa Gesine Lötzsch. Gregor Gysi betont: „Soziale Gerechtigkeit ist nicht ohne Steuergerechtigkeit zu schaffen.“ Und Klaus Ernst, der zuvor das Klinikum Links der Weser besucht hat, kritisiert die Ausdünnung des Personals in dem Krankenhaus als Beispiel für den Sparkurs im Gesundheitswesen: „Ich möchte von keinem Arzt operiert werden, der schon zehn Stunden Arbeit hinter sich hat – und Sie sicher auch nicht.“

Manche Forderungen wiederholen sich – doch eines fällt auf. Alle drei Spitzenpolitiker der Partei leiten ihre Reden geschickt mit Zahlen zur sozialen Spaltung der Stadt ein, um dann auf ihre bundespolitischen Forderungen zu kommen. Sie nehmen sich Zeit für Bremen, Gesine Lötzsch war bereits mehrfach in der Stadt, Gregor Gysi bleibt diesmal sogar drei Tage. „Wir freuen uns über diese Unterstützung“, sagt die Bremer Linken-Sprecherin Doris Achelwilm. Schließlich gelte es, das Ergebnis der vergangenen Bürgerschaftswahl zu halten, denn davon gehe auch eine bundespolitische Signalwirkung aus.

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