Öffentliche Gelder für private Betriebe Rot-Grün will Vergabepraxis ändern

Bremen. Nach einer Anhörung zur Vergabepraxis am Donnerstag in der Bürgerschaft haben die wirtschaftspolitischen Sprecher von SPD und den Grünen erste Ergebnisse bekanntgegeben.
20.12.2012, 15:26
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Rot-Grün will Vergabepraxis ändern
Von Max Polonyi

Bremen. Nach einer Anhörung zur Vergabepraxis am Donnerstag in der Bürgerschaft haben die wirtschaftspolitischen Sprecher von SPD und den Grünen erste Ergebnisse bekanntgegeben.

Demnach wolle man im kommenden Jahr eine Umstrukturierung der Vergabestellen im Land Bremen auf den Weg bringen, wie Andreas Kottisch von der Bürgerschaftsfraktion der SPD bei einer Vorstellung der Ergebnisse betonte.

"Es herrscht ein Konsens darüber, dass wir die Mittelvergabe an private Betriebe in Zukunft vereinfachen und zentralisieren müssen", sagte Kottisch. Derzeit gibt es über 70 Einrichtungen in Bremen, die berechtigt sind, mit Geldern aus dem öffentlichen Topf Aufträge an private Betriebe zu vergeben.

Um mehr Transparenz und einen besseren Überblick über die Ausgaben der einzelnen Stellen zu haben, wolle man in Zukunft eine zentrale Vergabestelle einrichten. "Dabei sollen die spezialisierten Fachbereiche nicht aufgelöst werden", sagte Kottisch. "Aber sie müssen gebündelt werden und unter einem Dach arbeiten."

Darüber hinaus müsse man bei der Suche nach einem geeigneten Unternehmen, an das die öffentlichen Mittel vergeben werden, weitere Faktoren beachten als nur das Preis-Leistungs- Verhältnis. "Das billigste Angebot ist nicht immer das wirtschaftlich effizienteste", betonte Kottisch. "Vergabestellen sollen sich nicht mehr rechtfertigen müssen, wenn sie statt des günstigsten Angebots ein etwas teureres, aber dafür ökologisch sinnvolleres auswählen."

Mit einer neuen Bewerbungsmatrix, die die Firmen kategorisiert und nach sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten bewertet, könne in Zukunft eine effizientere Vergabepraxis entstehen. Ein umfassendes Konzept wolle man zu Beginn des neuen Jahres ausarbeiten, sagte Kottisch.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+