Aktionsbündnis "Fort Bildung" Schüler picknicken mitten auf dem Marktplatz

Bremen. Rund 30 Schüler haben am Freitagnachmittag eine Picknickdecke auf dem Marktplatz ausgebreitet, um ihren Forderungen nach besseren Lernbedingungen Nachdruck zu verleihen. Dafür haben sie jetzt Unterstützung bekommen - von ungewöhnlicher Seite.
24.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Schüler picknicken mitten auf dem Marktplatz
Von Matthias Lüdecke

Bremen. Rund 30 Schüler haben am Freitagnachmittag eine Picknickdecke auf dem Marktplatz ausgebreitet, um ihren Forderungen nach besseren Lernbedingungen Nachdruck zu verleihen. Dafür haben sie jetzt Unterstützung bekommen - von ungewöhnlicher Seite.

Nach einer Woche der Abstimmungen und Besprechungen ist das Schülerkollektiv "Fort Bildung" am Freitag wieder öffentlich in Erscheinung getreten. Rund 30 Schüler breiteten mitten auf dem Marktplatz eine Decke aus und veranstalteten ein Picknick, um für ihre Forderungen nach besseren Lernbedingungen, einer besseren finanziellen Ausstattung des Bildungssektors und mehr Beteiligung an den Entscheidungsprozessen zu demonstrieren.

Diese Forderungen hat das Kollektiv, das in den vergangenen Wochen mit kurzzeitigen Besetzungen von insgesamt vier Bremer Schulen auf sich aufmerksam gemacht hatte, jetzt soweit abgestimmt und formuliert, dass sie das Gesprächsangebot der Bildungsbehörde annehmen will. Einen Termin für das Gespräch gibt es bislang noch nicht.

Dafür gibt es aber Unterstützung aus verschiedenen Richtungen. Nachdem sich die Jugendorganisation aller Parteien mit dem Kollektiv solidarisiert haben - wenn auch die Grüne Jugend sich deutlich zurückhält und auf die Schuldenbremse verweist -Dafür haben sich, nach den Jugendorganisationen vieler Parteien, Elternvertretern und der Gewerkschaft Wissenschaft und Erziehung jetzt auch die Lehrer des Alten Gymnasiums in einem Brief an die Bildungsbehörde mit den Schülern und ihren Forderungen solidarisch gezeigt. Sie sind damit, nach ihren Kollegen vom Gymnasium an der Hamburger Straße, das zweite Kollegium, das eine Protestnote an die Behörde öffentlich macht.

In dem von 43 Lehrern unterzeichneten Brief kritisiert das Kollegium, dass am Alten Gymnasium aufgrund der behördlichen Vorgaben ein Profil habe gestrichen werden müssen. "Die Wahlfreiheit und Kombinationsmöglichkeiten von Kursen wurden dadurch erheblich eingeschränkt", schreiben sie.

Die Lehrer monieren zudem, dass eine stetige Erhöhung der Kursfrequenzen dazu geführt habe, dass mit 30 Schülern besetzte Leistungskurse heute eher Regel als Ausnahme seien. Sie schreiben: "Das Credo der Bildungsverantwortlichen, dass niemand auf seinem Bildungsweg benachteiligt werden soll, wurde durch diese Maßnahme ins Gegenteil verkehrt, weil gerade Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten auf der Strecke bleiben."

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