Sternmarsch durch Bremen und Verden geplant Schüler wollen streiken

Bremen. Die Schüler in der Hansestadt treten am 28. Januar in den Ausstand. So lautet jedenfalls der Plan des 'Schüler_innen Bündnis Bremen'. Auch in Verden sind Streiks geplant. Es geht vor allem um mehr Mitbestimmungsrecht.
19.01.2010, 19:10
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Manz

Bremen. Die Schüler in der Hansestadt treten am 28. Januar in den Ausstand. So lautet jedenfalls der Plan des 'Schüler_innen Bündnis Bremen', das sich aus der Gesamtschüler-Vertretung der Hansestadt gebildet hat. Auf Plakaten und übers Internet ruft der Zusammenschluss die Schüler der Hansestadt zum gemeinsamen Streik und einem Sternmarsch zum Marktplatz auf. Dort soll die zentrale Kundgebung des Aktionstages stattfinden.

Mit dem Streik wollen die Schüler unter anderem Forderungen nach neuen Lehrmitteln, kleineren Klassen, mehr Mitbestimmung, Abschaffung des Abiturs in zwölf Jahren und einer gemeinsamen Schule für alle Nachdruck verleihen. 'Wir wollen ein deutlich machen, dass immer noch an vielen Stellen Geld verschwendet wird, obwohl es in Sachen Bildung dringend benötigt würde', sagt Bündnis-Sprecher Jan Goebel. Laut dem 17-Jährigen sind sämtliche Schüler Bremens aufgerufen, sich an dem Streik zu beteiligen. Mit mehreren Mobilisierungsaktionen will das Bündnis in den kommenden Tagen Mitstreiter für die geplanten Protestaktionen gewinnen.

Unterstützung bekommen die Schüler von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Laut Sprecher Christian Gloede-Noweck ermögliche der Kurs der Bremer Bildungspolitik trotz des neuen Schulgesetzes und der Schulstandortplanung zu wenig Mitbestimmung und Chancengleichheit. Auch die Arbeitsbedingungen der Schüler seien noch nicht ausreichend verbessert worden. Die Gewerkschaft schließe sich den meisten Forderungen der Schüler an. 'Abgesehen davon gehört es zu den Ausdrucksformen der Demokratie, dass sich Schüler und Schülerinnen auch in dieser Form in gesellschaftliche Auseinandersetzungen einmischen', betont Gloede-Noweck.

Bei der Bildungssenatorin stoßen die Streikpläne auf wenig Verständnis. Laut Sprecherin Karla Götz hätten viele der Forderungen, die oft von nationalen Initiativen stammten, nichts mit der Realität in Bremen zu tun. 'Wir nehmen die Forderungen ernst, wenn sie wirklich auf Bremen zutreffen.'

In Verden die treffen sich die streikenden Schüler am 28. Januar um 10 Uhr am Verdener Bahnhof. Die Demo soll gegen 13 Uhr vor dem Rathaus mit einer Kundgebung enden. Dabei gehe es um weit mehr als die Forderung nach kleineren Klassen und Entrümpelung der Lehrpläne. Jason Best, Schüler am Verdener Gymnasium am Wall, verweist daher auf ein Seminar am kommenden Sonnabend, 23. Januar, ab 11 Uhr im Verdener Jugendzentrum: 'Wir wollen in mehreren Workshops verschiedene Aspekte der Idee und der Realität von Schule kritisch beleuchten.' Diskutiert werden sollen auch Alternativen und Visionen: 'Wir werden zum Beispiel verschiedene Ansätze von Alternativschulen vorstellen. Letztendlich geht es um die Frage, wie das Bildungswesen der Zukunft aussehen sollte und wie wir dahin kommen.'

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