Mehr Klimaschutz, mehr gesundes Essen

Schulverpflegung in Bremen soll besser werden

2,50 Euro schießt Bremen pro Schulessen zu - so viel wie kein anderes Bundesland. Bremen ist beim Thema Schulverpflegung also offenbar auf einem guten Weg; allerdings soll das Essen nachhaltiger werden.
17.02.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Walbröhl
Schulverpflegung in Bremen soll besser werden

Bremen hat beim Schulessen im Bundesvergleich den höchsten Anteil an Zuschüssen - allerdings gibt es noch viele andere Probleme: Die Verpflegung soll zum Beispiel nachhaltiger werden.

Christina Kuhaupt

2,50 Euro schießt Bremen pro Schulessen zu - so viel wie kein anderes Bundesland. Bremen ist beim Thema Schulverpflegung also offenbar auf einem guten Weg; allerdings soll das Essen nachhaltiger werden.

Das ergab eine Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits im Herbst veröffentlicht wurde. Für die Studie wurden bundesweit Schulleitungen und Schulträger sowie Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen befragt, in Bremen war das einer von zwei Schulträgern.

Demnach ist Bremen das einzige Land, wo alle Schulen kostenlos Getränke zur Mittagsmahlzeit anbieten, und neben Hamburg und Berlin das einzige Bundesland, in dem die Betreiber der Mensen für Mittagessen sogenannte Leistungsverzeichnisse aufstellen müssen. Darin listen die Caterer auf, welche Leistungen sie für das Mittagessen erbringen. Auch müssen sie die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) einhalten. Das steht seit 2010 in jeder Ausschreibung, wenn eine Bremer Schule einen neuen Caterer braucht.

"Caterer müssen Personal weiterbilden"

Andere Befunde der Studie machen nachdenklich. Im Unterricht wird im Themenbereich Lebensmittel offenbar weniger Stoff unterrichtet, als im Europäischen Kerncurriculum vorgeschlagen. Auch Michael Thun, Leiter der Vernetzungsstelle Schulverpflegung, warnte am Dienstag vor voreiligem Applaus. Es gebe nach wie vor Probleme auf dem Weg zu einer guten und nachhaltigen Schulverpflegung, besonders was Finanzierung und Personal anginge, sagte er bei einem Vortrag.

„Wenn wir mit Leuten aus den oberen politischen und Führungsebenen sprechen, haben wir das Gefühl, offene Türen einzurennen. Aber dafür passiert wenig“, sagte er. Handlungsbedarf sehe er unter anderem bei Köchen und Küchenpersonal. „Wenn zum Beispiel jemand aus der Berufsausbildung kommt, ist er es vielleicht eher gewohnt, Jakobsmuscheln zuzubereiten als Möhrchen. Oder er ist gewohnt dass Fleisch zu jedem Essen dazu gehört.“ Da müssten Caterer Personal weiterbilden.

Schulverpflegung soll klimafreundlicher werden

Nachhaltigkeit bei der Schulverpflegung sei ebenfalls ein Problem. „Zum Beispiel stellt sich bei Warmanlieferung die Frage, ob es sich mit unserer Vorstellung von Klimaschutz verträgt, wenn gekochter Reis, der zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, quer durch die Stadt transportiert wird.“ Der Bremer Catering-Markt sei recht eng, wenn man nicht von weit außerhalb die Lebensmittel kommen lassen wolle. „Da muss man enger mit den Caterern hier vor Ort zusammenarbeiten.“

Die Bundesregierung jedenfalls will seit Ende Januar mit der Initiative „Macht Dampf!“ Eltern dazu bewegen, sich für gute und gesunde Mittagessen in den Schulen einzusetzen. Viele Eltern engagierten sich schon, andere erreiche man nur schwierig, sagte Thun am Dienstag. Beschwerden landeten oft bei den Schulleitungen, die ohnehin viel zu tun hätten.

Am Dienstag haben Grüne und SPD einen Antrag in der Bürgerschaft eingebracht. Darin fordern sie unter anderem, dass der Senat bei Schulkantinen- und Mensabetreibern mit älteren Nutzungskonzessionen dafür sorgen soll, dass alle die DGE-Qualitäts-Standards erfüllen.

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