Viele Fragen zum Übergang nach der Grundschule Senatorin nimmt sich der Elternsorgen an

Bremen. Der Übergang ihrer Kinder nach der Grundschule bewegt Eltern jedes Jahr aufs Neue - selten aber ist das Informationsbedürfnis so groß wie jetzt. Geduldig beantwortete Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) am Montag mit einem Team von Fachleuten Dutzende von Elternfragen.
26.01.2010, 04:30
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Von Bernd Schneider

Bremen. Der Übergang ihrer Kinder nach der Grundschule bewegt Eltern jedes Jahr aufs Neue - selten aber ist das Informationsbedürfnis so groß wie jetzt. Geduldig beantwortete Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) am Montag mit einem Team von Fachleuten Dutzende von Elternfragen.

'Sachlich, engagiert und fachkundig' - so beschrieb die Senatorin die Eltern-Nachfragen am Nachmittag zwischen 15 und 17 Uhr. Unentwegt waren die vier Leitungen belegt, kaum einmal gab es eine kurze Atempause. Auch wenn die Eltern Fragen im Detail hatten: 'Die wussten alle, dass es jetzt Regelstandards gibt, haben sich verschiedene Schulen angesehen und machen sich sehr ernsthafte Gedanken.'

Anwahlbogen von der Schule

'Sie bekommen in den nächsten Tagen von Ihrer Grundschule einen Anwahlbogen', erklärte sie Anrufern. Darauf könnten Eltern drei weiterführende Schulen angeben, 'ihren Favoriten an erster Stelle'. Zuletzt seien '84 Prozent der Schüler an ihrer Erstwahl-Schule aufgenommen' worden; 'das sind ja nicht wenige'. Wer auf die Angabe einer Zweit- und Drittwahl verzichte, vergebe damit Chancen, falls er mit der Erstwahl scheitere. Nicht ratsam: An zweiter und dritter Stelle eine Schule anzugeben, die erfahrungsgemäß mit Erstwahlen voll ist. Und: Wer an erster Stelle ein Gymnasium angebe, könne an zweiter Stelle trotzdem eine Oberschule wählen - und umgekehrt. 'Die Schule ist auch nicht beleidigt, wenn sie nur zweite Wahl ist', versichert die Senatorin auf eine entsprechende Frage. Den Schülern entstünden keine Nachteile: Ob sich jemand in der Erst-, Zweit- oder Drittwahl entscheide, erfahre die Schule gar nicht. Niemand müsse zudem damit rechnen, an keiner öffentlichen Schule angenommen zu werden.

Viele Eltern erkundigten sich nach den 'Regelstandards' in Deutsch und Mathe. Schon im Halbjahreszeugnis und auf dem Anwahlbogen gebe die Lehrerin an, ob ein Schüler alle vier Anforderungsbereiche der beiden Fächer durchweg überdurchschnittlich erfülle, so Jürgens-Pieper. 'Die Schulen kennen das, die arbeiten seit Jahren damit.' Wenn an den weiterführenden Schulen gelost werden muss, weil sie nicht alle Bewerber aufnehmen können, dürfen Gymnasien - nach Abzug von Härtefällen - alle Plätze unter diesen Schülern verlosen, Oberschulen 30 Prozent. Die restlichen Plätze würden unter allen verbleibenden Bewerbern per Los vergeben. Die Senatorin: 'Es ist auch in Ihrem Interesse als Eltern, dass genug leistungsstarke Schüler an jeder Schule sind.' Das sichere das Unterrichtsniveau.

Nicht alle Privatschulen bescheinigen ihren Schülern mit dem Halbjahreszeugnis, ob sie die Regelstandards übererfüllen. Eine Zwei im Zeugnis ersetze diese Einschätzung nicht, sagte die Senatorin. Beim Wechsel ins öffentliche Schulsystem müsse die Grundschule die Schülerleistungen nach den Regelstandards abklopfen: 'Das müssen die bescheinigen.'

Wer am durchgängigen Gymnasium keinen Platz findet, könne das Abitur auch an einer Oberschule ablegen, erläuterte Grundschulreferentin Gabriele Langel-Carossa, 'der Abschluss ist gleichwertig'.

Besondere Sorgen machte sich eine Mutter von Drillingen. Sie fürchtet, die Kinder könnten durch das Anwahlverfahren auf unterschiedliche Schulen kommen - mit entsprechenden Härten bei Versorgung und Betreuung. Die Senatorin empfahl: 'Schreiben Sie einen Härtefall-Antrag, holen Sie sich Unterstützung bei der Grundschule oder vielleicht beim Kinderarzt.' Dann könnten, wenn es die Umstände im konkreten Fall erforderten, alle drei Kinder bevorzugt aufgenommen werden. Langel-Carossa wies eine Anruferin darauf hin, dass ein Härtefall nicht allein damit zu begründen sei, dass Bruder oder Schwester schon eine bestimmte Schule besuche. 'Da müssen besondere Härten dazukommen', sagte sie. 'Die müssen Sie darlegen.'

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