Niedersachsen und Bremen bereiten sich vor

So sind die Auffrischungsimpfungen in Deutschland geplant

Niedersachsen bereitet sich vor, auch Bremen trifft ebenfalls vorsichtige Vorkehrungen. Eine sogenannte Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus ist kaum erforscht, könnte dennoch sinnvoll sein.
28.07.2021, 10:58
Lesedauer: 2 Min
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So sind die Auffrischungsimpfungen in Deutschland geplant
Von Jan-Felix Jasch
So sind die Auffrischungsimpfungen in Deutschland geplant

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung auf eine Spritze.

Sven Hoppe

Niedersachsen bereitet sich auf eine dritte Corona-Impfung für ältere Menschen ab Herbst vor, die Bremer Grünen fordern die Auffrischungsimpfung und auch die Bundesregierung bereitet sich bereits darauf vor. Dazu solle die gemeinsame Beschaffung über die Europäische Union fortgesetzt werden. Zur Risikostreuung soll weiterhin auf verschiedene Herstellern gesetzt werden. Geplant ist, für 2022 insgesamt 204 Millionen Impfdosen für Deutschland zu sichern.

Senioren in Alten- und Pflegeeinrichtungen, die zu Jahresbeginn oder im Frühjahr ihre Impfung erhalten hätten, sollten nach Ende des Sommers eine dritte Impfung bekommen, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Die Länder planten für Oktober entsprechende Auffrischungsimpfungen, erklärte die SPD-Politikerin.

In Niedersachsen haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums knapp 64 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. 49,1 Prozent sind demnach vollständig gegen das Virus geimpft. Rund 11 Prozent der Bevölkerung sind unter 12 Jahre alt, für sie steht noch kein Impfstoff zur Verfügung.

„Im September machen die Impfzentren dicht, und die mobilen Impfteams werden im Oktober in die Alten- und Pflegeheime gehen“, sagte Behrens. Voraussetzung sei, dass es bis dahin einen zugelassenen Impfstoff für die Auffrischungsdosis gebe. Behrens rechnet damit, dass der Schutz ähnlich einer Grippeimpfung jährlich erneuert werden muss.

Auffrischungsimpfungen nur für Über-75-Jährige

Auffrischungsimpfungen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Herbst nur für Über-75-Jährige nötig und für chronisch Kranke mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. „Gesunde 20- bis 60-Jährige dagegen sind dieses Jahr noch sicher“, sagte Hofmeister. Gassen plädierte zudem für neue Kriterien zur Bewertung der Corona-Bedrohung. „Es muss zum Beispiel darum gehen, wer wie schwer erkrankt. Wenn wir nur auf die Inzidenz schauen, laufen wir am Ende ohne wissenschaftliche Begründung mal wieder in eine Lockdown-Situation“, warnte er.

Auch der Bremer Virologe Andreas Dotzauer hält eine Auffrischungsimpfung für prinzipiell sinnvoll. Es gebe zwar keine eindeutigen Daten, "aber die begründete, aus Erfahrung gespeiste Vermutung, dass bei älteren Menschen das Immunsystem weniger stark durch die Impfungen unterstützt wird", so Dotzauer. Eine sogenannte Booster-Impfung könne notwendig werden.

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Im Interview mit dem WESER-KURIER kündigte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard an, dass das Bremer Impfzentrum teilweise bis Ende September weiterbetrieben werde – gerade auch wegen der Auffrischungsimpfungen. "Zusätzlich wird es mehr mobile Impfteams geben – und natürlich weiterhin die Arztpraxen, in denen geimpft wird", sagte sie. Auf Nachfrage bestätigte sie allerdings auch, dass es noch keinen konkreten Zeitplan für die Auffrischungsimpfungen gebe. "Die Aussagen gehen im Moment dahin, dass es Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres losgehen soll."

USA bereiten Auffrischungsimpfung ebenfalls vor

Die USA kaufen ebenfalls weitere 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer. Damit treffe die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene, erklärte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. „Wir bereiten uns auf alle Möglichkeiten vor.“

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