Erfolgreicher Modellversuch in Bremen Sonntagsöffnung: Bibliothek zufrieden

Bremen. Seit November hat die Bremer Zentralbibliothek jeweils am 1. Sonntag im Monat vier Stunden lang geöffnet. Ein Modellversuch, den vieler Besucher nutzen. Ob daraus ein regelmäßiges Angebot werden kann ist jedoch noch unklar.
31.01.2013, 16:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Joppig

Bremen. Seit November hat die Bibliothek jeweils am 1. Sonntag im Monat vier Stunden lang geöffnet. Mit Erfolg. Vor allem junge Familien nutzen das Angebot. Noch bis April läuft der Modellversuch. Barbara Lison, Direktorin der Stadtbibliothek Bremen, würde das Haus in Zukunft gern regelmäßig sonntags öffnen. Ob das gelingt, ist jedoch noch offen.

Die Kulturdeputation hatte sich Ende Juni auf einen Modellversuch verständigt, der im November begann und noch bis April andauert. Die Bibliothek ist somit am 3. Februar, 3. März und am 7. April jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Mehr als 700 Besucher kamen laut Lison im November in die Bibliothek, gut 500 im Dezember und knapp 700 im Januar – mit diesen Zahlen ist die Bibliotheks-Chefin zufrieden. Zum Vergleich: An einem durchschnittlichen Wochentag kommen rund 2000 Besucher in die Stadtbibliothek, die dann allerdings auch mehr als doppelt so lang geöffnet ist.

„Die Atmosphäre an Sonntagen ist eine ganz andere“, sagt Lison. „Wir haben eine deutlich erhöhte Kinderwagen-Quote, und die Stimmung im Haus ist insgesamt entspannter. Die Besucher nehmen sich mehr Zeit. Sie erkunden häufiger Abteilungen, die sie noch nicht gesehen haben.“ Auf Karten können die Bibliotheksnutzer Lob und Kritik vermerken. Die Reaktionen seien fast durchweg positiv, sagt Lison. Um ein genaueres Meinungsbild zu bekommen, will die Bibliothek im März eine Besucherumfrage veranstalten.

Ob die Bibliothek danach jeden Sonntag geöffnet wird, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab. Zum einen fehle bislang eine gesetzliche Grundlage für eine regelmäßige Sonntagsöffnung. „Es gibt zwar zahlreiche Ausnahmen von der Sonntagsruhe – zum Beispiel für Museen, Schwimmbäder und wissenschaftliche Bibliotheken.“ Für Stadtbibliotheken gelte es eine solche Ausnahme bislang jedoch nicht, sagt Lison. „Um dies zu ändern hat sich Bremen einer entsprechenden Bundesratsinitiative angeschlossen.“ Sollte diese Initiative Erfolg haben, müsse jedoch erst einmal der Personalrat einer regelmäßigen Sonntagsöffnung zustimmen, sagt die Bibliotheks-Chefin. „Zudem müssten wir dann über gekürzte Arbeitszeiten an den Wochentagen nachdenken. Denn mit der jetzigen Personaldecke werden wir es nicht schaffen, die Bibliothek für mehr als 50 Stunden pro Woche zu öffnen.“

Nichtsdestoweniger unterstütze sie die Pläne einer regelmäßigen Sonntagsöffnung, sagte Lison. Schließlich gelte es, die Öffnungszeiten so weit wie möglich den Bedürfnissen der Besucher anzupassen. „Die Sonntagsöffnung wird gut genutzt und wir merken, dass sich gerade junge Eltern freuen, wenn sie Zeit haben, mit ihren Kindern in Ruhe die Bibliothek zu besuchen.“

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