Bremer Abgeordneter Martin Korol SPD-Politiker wegen Roma-Äußerung in der Kritik

Bremen. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Martin Korol hat mit seinen Äußerungen über Roma für Empörung gesorgt. Auf seiner Homepage warnt der pensionierte Lehrer vor einer wachsenden Zahl an Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien.
23.02.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gesa Wicke

Bremen. Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Martin Korol hat mit seinen Äußerungen über Roma für Empörung gesorgt. Auf seiner Homepage warnt der pensionierte Lehrer vor einer wachsenden Zahl an Zuwanderern aus Bulgarien und Rumänien. Diese kämen nicht aus politischen Gründen nach Bremen, sondern um hier "warm und trocken zu leben, sich satt essen zu können."

Die ursprüngliche Fassung seiner Schrift "Roma in Bremen" hat der 67-Jährige mittlerweile von der Internetseite entfernt. "Darin fanden sich Stereotype und Pauschalisierungen, die Assoziationen an den Nationalsozialismus wachrufen", sagt Brigitte Kienle vom Landesverband Deutscher Sinti und Roma. Korol sieht das anders: "Ich habe das vielleicht nicht differenziert genug formuliert", sagt Korol zu den inzwischen entfernten Passagen. "Aber im Prinzip halte ich an meinen Aussagen fest." Vorwürfe, er sei rassistisch und fremdenfeindlich, will der Politiker nicht gelten lassen. "Das ist reine Interpretation", betont er. "Wenn ich mich unglücklich ausgedrückt habe, tut es mir Leid."

Aktuell steht auf Korols Homepage eine Text-Version, die deutlich gekürzt und entschärft ist. Darin bezeichnet er Roma als Menschen, "die teilweise sozial und intellektuell noch im Mittelalter leben, in einer uralten patriarchalischen Gesellschaft". Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma weist die Äußerungen des SPD-Politikers aufs Schärfste zurück. "Wenn Herr Korol Roma-Männern pauschal unterstellt, sie würden ihre Kinder zu Prostitution und Diebstahl anhalten, sind das Zuschreibungen, die Hass schüren gegen die Minderheit", sagt Geschäftsführerin Brigitte Kienle mit Bezug auf die ursprüngliche Fassung des Textes. "Seine Einwürfe sind niederträchtig und massiv diskriminierend."

Der Verband erwarte zudem eine klare Stellungnahme von Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Im Juni 2012 hatte Böhrnsen als Präsident des Senats einen Staatsvertrag mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma geschlossen. Dieser regelt die Förderung der Minderheiten im Land Bremen. "Wir sehen ihn hier in der Verantwortung", so Brigitte Kienle.

Die SPD-Fraktion hat sich mittlerweile von den Äußerungen Korols distanziert. "Sie stehen in krassem Widerspruch zur Programmatik der Bremer SPD", sagt Fraktionssprecher André Städler. Dies habe man Martin Korol bereits deutlich gemacht. "Wir werden weiterhin offensiv und unmissverständlich jeder Form von Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Stigmatisierung entgegentreten." Korol werde sich in den kommenden Tagen auch in den Gremien der Fraktion erklären müssen. Der Sozialdemokrat sitzt erst seit dieser Woche in der Bremischen Bürgerschaft. Er war für die im Februar verstorbene Renate Möbius nachgerückt.

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