Nach Kampfabstimmung gegen Gottschalk

SPD schickt Ryglewski erneut ins Rennen

Sarah Ryglewski wird bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr wieder als Direktkandidatin für die SPD antreten. Die 33-jährige Abgeordnete aus der Neustadt setzte sich am Freitagabend gegen Arno Gottschalk durch.
19.11.2016, 00:00
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SPD schickt Ryglewski erneut ins Rennen
Von Jürgen Theiner
SPD schickt Ryglewski erneut ins Rennen

Hat sich gegen ihren Konkurrenten Arno Gottschalk (r.) durchgesetzt: Sarah Ryglewski.

Christina Kuhaupt

Sarah Ryglewski wird bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr wieder als Direktkandidatin für die SPD antreten.

Die 33-jährige Abgeordnete aus der Neustadt setzte sich am Freitagabend in einer Kampfabstimmung gegen ihren Konkurrenten Arno Gottschalk durch, der sich ebenfalls als Kandidat für das Direktmandat im Wahlkreis Bremen I beworben hatte. Bremen I umfasst das Stadtgebiet ohne den Westen. Für Ryglewski stimmten 57 Delegierte aus den Ortsvereinen, 44 wollten Gottschalk in Berlin sehen. Damit fiel Ryglewskis Sieg etwas knapper aus, als manche Beobachter im Vorfeld vermutet hatten. Der 60-jährige Gottschalk, der seit 2011 der Bürgerschaft angehört, konnte in jedem Fall einen Achtungserfolg für sich verbuchen.

Auf der Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Veranstaltungszentrum „Kwadrat“ hatten Ryglewski und Gottschalk vor der Abstimmung Gelegenheit, sich den Vertretern der Basis zu präsentieren. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass es in der Konkurrenz der beiden nicht um eine Richtungsentscheidung zwischen innerparteilichen Strömungen ging. Ryglewski und Gottschalk gehören beide dem linken Parteiflügel an. Der studierte Ökonom Gottschalk versuchte vor den Delegierten mit wirtschaftspolitischer Kompetenz zu punkten. Falls er nominiert werde, kündigte er den Vertretern der Basis an, werde er sich in Berlin für eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik einsetzen.

Ryglewski will Gelder nach Bremen holen

Zudem wolle er sich darum bemühen, „zusätzliche Gelder aus Berlin in unsere Stadt zu holen“, denn als Haushaltsnotlageland könne Bremen strukturpolitisch mit eigenen Mitteln nicht viel bewegen. Das kam gut an, unterschied sich aber kaum von den Positionen der amtierenden Abgeordneten. Auch Ryglewski unterstützte gewerkschaftliche Forderungen wie die nach der Eindämmung befristeter Arbeitsverhältnisse. Die Politik müsse „der Arbeitslosigkeit den Nachwuchs entziehen“, mahnte Ryglewski, unter anderem durch bessere Bildung. Auf sozialpolitischem Gebiet gab sie sich als Gegnerin eines bedingungslosen Grundeinkommens zu erkennen.

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An diesem Sonnabend bestimmen die Sozialdemokraten auch ihren Direktkandidaten im Wahlkreis Bremen II (Bremer Westen, Bremen-Nord, Bremerhaven). Dort bewerben sich der Bremerhavener Bürgerschaftsabgeordnete Uwe Schmidt und Burglesums Ortsamtsleiter Florian Boehlke.

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