Pädagogen protestieren vor dem Bremer Rathaus Staatsrat Lühr: "Wir sind arme Leute"

Bremen. Etwa 150 angestellte Lehrer haben am Donnerstagvormittag vor dem Rathaus demonstriert. Ihre Hauptforderung: Gleiche Bezahlung für alle Lehrer. Doch Staatsrat Henning Lühr (Finanzen) machte ihnen wenig Hoffnung auf mehr Geld.
06.05.2010, 11:30
Lesedauer: 2 Min
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Staatsrat Lühr:
Von Birgit Bruns

Bremen. Etwa 150 angestellte Lehrer haben am Donnerstagvormittag vor dem Rathaus demonstriert. Sie beteiligten sich an einer bundesweiten Aktion der Gewerkschaft GEW, die die laufende Tarifverhandlungen begleitet. Ihre Hauptforderung: Gleiche Bezahlung für alle Lehrer.

Mit Fahnen, Plakaten und Transparenten zogen die Demonstranten gegen 10.30 Uhr zum Domshof, wo sie am Eingang des Rathauses Stellung bezogen. Begleitet von einem Akkordeon trugen die Streikenden ihre Hauptforderungen singend vor - mehrere Freiwillige hatten kurz zuvor Liedzettel mit Noten und Text verteilt.

Auch wenn der spontane Chor etwas zögerlich begann, so war das Anliegen der Lehrer doch deutlich zu hören: Gleiche Bezahlung für alle - egal ob Beamter, Angestellter, Gymnasial- oder Grundschullehrer.

"Im Moment kriegen angestellte Lehrer in Bremen rund 500 Euro netto weniger als die Beamten", sagt Christian Gloede-Noweck, der Landesvorstandssprecher der Gewerkschaft und Erziehung (GEW) Bremen. Das betreffe etwa 1000 Beschäftigte in Bremen und Bremerhaven.

"Wir wollen zeigen, dass die Lehrer kampfbereit sind", stellt Gloede-Noweck klar. Um dieser Aussage Nachdruck zu verleihen, übergaben die Streikenden dem Bremer Finanz-Staatsrat Henning Lühr mehrere hundert gesammelte Unterschriften, in denen sie sich für einen Tarifvertrag mit neuer Entgeldordnung aussprechen.

Staatsrat Henning Lührnahm die Unterschriften entgegen, hielt sich aber inhaltlich zurück. Da die Tarifverhandlungen auf Bundesebene laufen, sehe er sich nicht in der Lage, etwas dazu zu sagen. Trotzdem versprach er den Streikenden, die Unterschriftenliste an die entsprechenden Vertreter in den Tarifverhandlungen weiterzugeben. Allzu große Hoffnung auf mehr Gehalt machte er den Lehrern allerdings nicht. "Sie wissen ja, dass wir arme Leute sind, nicht nur hier in Bremen", sagte Lühr.

Astrid Kahlert, Bettina Münsterberg und Isabel Mendoza unterrichten an einer kaufmännischen Schule in Bremerhaven. Bis zu 34 Schüler sitzen in ihrer Klasse, aus Platzmangel müssen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen teilweise im Keller unterrichtet werden. "Die Arbeitsbedingungen müssen sich dringend ändern", fordert Bettina Münsterberg.

Vor allem die schleichende Anhebung der Unterrichtsstunden, die jeder Lehrer geben muss, sind ihr ein Dorn im Auge. Schließlich falle an berufsbildenden Schulen neben dem normalen Unterricht auch noch jede Menge andere Arbeit an - vor allem, weil diese Schulformen besonders häufig von Schülern mit sozialen Schwierigkeiten besucht werden. Große Klassen, zu wenig Platz und gestresste Lehrer seien da keine gute Voraussetzung.

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