Musical-Theater Bremen Stadt steigt aus

Bremen. Der Mietvertrag des Bremer Musical-Theaters mit dem Immobilieneigentümer soll gekündigt werden. Das hat am Mittwoch die Wirtschaftdeputation beschlossen. Die Frist dafür beträgt ein Jahr - Ende Februar 2011 wäre Bremen damit aus dem Projekt raus.
10.02.2010, 12:31
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Stadt steigt aus
Von Iris Hetscher

Bremen. Der Mietvertrag des Bremer Musical-Theaters mit dem Immobilieneigentümer soll gekündigt werden. Das hat am Mittwoch die Wirtschaftdeputation beschlossen. Die Frist dafür beträgt ein Jahr - Ende Februar 2011 wäre Bremen damit aus dem Projekt raus, Mietkosten von 420.000 Euro werden eingespart.

Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) hatte bereits Ende Januar angekündigt, der Wirtschaftsdeputation diesen Schritt vorzuschlagen, jetzt konnte Vollzug gemeldet werden. Die Suche nach einem privaten Betreiber, die seit Herbst 2009 gelaufen war, war zuvor gescheitert - bei allen vier Interessenten hätte die Stadt nach wie vor Geld in das Haus am Richtweg pumpen müssen.

Wenn der Mietvertrag mit der Unternehmensgruppe "Korn Liegenschaften" mit Sitz in Frankfurt Ende Februar 2011 endet, fallen für die Stadt die Mietkosten in Höhe von 420.000 Euro pro Jahr weg, außerdem muss man sich nicht mehr um einen Betreiber Gedanken machen. Insgesamt rechnet die Stadt mit jährlichen Einsparungen von mehr als 500.000 Euro.

Das Musical-Theater, das seit 2004 von der städtischen Tochtergesellschaft Hanseatische Veranstaltungs-Gesellschaft (heute: Wirtschaftsförderung Bremen, WFB) gemanagt wird, hatte in den vergangenen Jahren ein Minus von drei bis vier Millionen Euro verursacht. Auch ein Kauf des Hauses, der für eine kurze Zeit erwogen worden war, ist damit vom Tisch. Bremen muss allerdings weiterhin die Umbaukosten für das Gebäude am Richtweg abzahlen, bis 2018 sind das 2,2 Millionen Euro pro Jahr. Das Haus, ehemals das Zentralbad, ist mehrfach umgebaut worden, ehe vor mehr als zehn Jahren das Musicaltheater seine Türen öffnete: Es diente als Markthalle und als Großdiskothek.

Senator Nagel ist optimistisch, dass im Musical-Theater auch weiterhin Veranstaltungen stattfinden: "Die WFB hat in den vergangenen Jahren das Theater als attraktive Veranstaltungsstätte etabliert, damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass es dem Eigentümer gelingt, künftig in eigener Verantwortung diese Immobilie zu nutzen".

Frank Willmann, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bremer Grünen, kommentierte den Ausstieg aus dem hochdefizitären Musicalbetrieb so: "Ziel grüner Politik ist es, unrentable Projekte kritisch zu überprüfen. Die Prüfung hat ergeben, dass es unverantwortbar wäre, weiter in den Betrieb des Musicals zu investieren."

Die FDP-Fraktion begrüßt den Ausstieg aus dem Mietvertrag. Oliver Möllenstädt, der die Liberalen in der Wirtschaftsdeputation vertritt, erklärte: "Es ist richtig, dass Bremen nicht weiter das Betreiberrisiko trägt und sich keine weitere Immobilie ans Bein bindet". Die FDP habe sich in der Deputation eindeutig gegen eine staatliche Beteiligung ausgesprochen.

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