Chemikalien-Zwischenlager Standort-Frage noch ungeklärt

Noch ist die Standortfrage nicht geklärt – sagt Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) über das ursprünglich in Hemelingen geplante Chemikalien-Zwischenlager der Firma ProEntsorga.
06.12.2014, 00:00
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Von Anne Gerling

Noch ist die Standortfrage nicht geklärt – sagt Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) über das ursprünglich in Hemelingen geplante Chemikalien-Zwischenlager der Firma ProEntsorga. Doch Ortspolitiker und Anwohner in Gröpelingen und Burglesum befürchten, es sei längst beschlossen ist, dass das Lager demnächst in den Industriepark West zwischen A 281 und Grambker See kommt.

Laut Lohse handelt es sich um ein kleineres Unternehmen, das insgesamt 275 Tonnen Abfälle, unter anderem flüssige wie pastöse Stoffe aus Industrie, Handel, Krankenhäusern oder Arztpraxen sowie Leuchtstoffröhren, lagern dürfe, davon maximal 50 Tonnen gefährliche Abfälle. ProEntsorga betreibt in Hambergen eine Entsorgungsanlage, zu der die Substanzen vom Bremer Zwischenlager aus transportiert werden sollen. Mitte September war nach der Explosion in einem Ritterhuder Chemiebetrieb das Genehmigungsverfahren für ein Grundstück an der Hermann-Funk-Straße in Hemelingen verlängert worden.

In einer gemeinsamen Sitzung der Beiräte Gröpelingen und Burglesum unterstrich Lohse Bremens Verantwortung als fünftgrößter Industriestandort Deutschlands – und damit als großer Verursacher von Chemieabfällen: „Unter Wirtschaftsansiedlungspolitik verstehe ich nicht: Ich interessiere mich nur für die Filetstücke. Da muss man sich auch mit dem Bereich Recycling und Entsorgung befassen.“ Geschlossen wandten sich die Ortspolitiker in Gröpelingen und Burglesum gegen weitere Abfallbetriebe beziehungsweise Betriebe, die gefährliche Güter vertreiben oder lagern, im Industriepark West. Sie fordern ein Kataster, das gefährliche Güter im Hafengebiet sowie im Industriepark auflistet.

Einige Ortspolitiker sprachen von schlechten Erfahrungen mit der Umweltbehörde, etwa nach einem Unfall auf dem Gelände der Schadstoffentsorgung Nord (SEN) am 7. September 2011. „Wir fragen seit drei Jahren bei Ihrer Behörde nach, was da genau passiert ist – und wir kriegen seit drei Jahren keine Antwort. Ich habe da kein Vertrauen“, so Hannes Grosch (SPD) vom Gröpelinger Beirat.

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