Kommentar über Nothilfen für Studenten

Warum es neue Hilfsprogramme braucht

Die aktuellen Finanzhilfen für Studenten sind unverständlich restriktiv. Die Definition von finanzieller Not sollte dringend überdacht werden, meint Felix Wendler.
01.08.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Warum es neue Hilfsprogramme braucht
Von Felix Wendler
Warum es neue Hilfsprogramme braucht

Viele Studenten sind in der Corona-Krise in finanzielle Not geraten.

Ralf Hirschberger

Würden alle Bundesländer so gute Zahlen wie Bremen vorweisen, müsste Bundesbildungsministerin Anja Karliczek aktuell wohl etwas weniger – absolut gerechtfertigte – Kritik einstecken. In Bremen erhalten coronabedingt notleidende Studenten eine verhältnismäßig gute Unterstützung. Verhältnismäßig deshalb, weil Bremer Studenten beim verpatzten Hilfsprogramm des Bundes noch am besten wegkommen: In keinem anderen Bundesland werden so viele Hilfsanträge bewilligt.

Skeptiker mögen da Missbrauch wittern – den schließen die Regularien aber ebenso aus wie viele Bedürftige. Karliczek hat ein unverständlich restriktives Programm aufgelegt, das die prekäre Lage vieler Studenten kaum verbessert. Es scheint so, als habe sie übertriebene Lehren aus der zu lasch kontrollierten Soforthilfe für Unternehmen gezogen. Höchstens 500 Euro dürfen Antragsteller besitzen, um die Minimalsumme zu erhalten. Der Semesterbeitrag an der Bremer Uni beträgt fast 400 Euro. Wer den zurücklegt und noch etwas Essensgeld in Reserve behält, geht bereits leer aus. Das sind Praxisbeispiele, die Karliczek bei ihrer Definition von finanzieller Not dringend bedenken sollte.

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