Innenbehörden-Experte wird Honorarprofessor Terrorabwehr wird Hochschulfach in Bremen

Terrorismusabwehr wird in der Polizei-Ausbildung künftig ein noch stärkeres Thema. Daniel Heinke ist seit Mittwoch Honorarprofessor für Terrorismusforschung an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung.
28.04.2016, 00:00
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Terrorabwehr wird Hochschulfach in Bremen
Von Ralf Michel

Terrorismusabwehr wird in der Polizei-Ausbildung künftig ein noch stärkeres Thema. Daniel Heinke ist seit Mittwoch Honorarprofessor für Terrorismusforschung an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung.

Das Thema Terrorismusabwehr wird künftig verstärkt in den Fokus der polizeilichen Aus- und Fortbildung rücken: Daniel Heinke, Koordinator Terrorismusabwehr bei der Bremer Innenbehörde, ist am Mittwoch zum Honorarprofessor an der Hochschule für Öffentliche Verwaltung bestellt worden.

Mäurer: "Vorreiterrolle im Bundesgebiet"

Der 41-Jährige wird dort Strafrecht, Strafprozessrecht und Terrorismusforschung lehren, soll das Thema Terrorismusabwehr aber auch in die praxisnahe Forschungstätigkeit der Hochschule integrieren. „Damit nimmt Bremen eine Vorreiterrolle im Bundesgebiet ein“, kommentierte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) die neue Aufgabe seines Mitarbeiters.

Es sei wichtig für die Verwaltungshochschule, mit der Zeit zu gehen, erklärte der Innensenator. Zwar werde dort der Schwerpunkt auch weiterhin auf der klassischen Polizeiausbildung liegen, doch die Terrorgefahr gewinne zunehmend an Bedeutung. Dies sei eine neue große Herausforderung, auf die sich die Polizei praktisch und geistig vorbereiten müsse.

"Auch wir müssen damit rechnen, dass zeitgleich an mehreren Stellen gebombt wird"

„Auch die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einer prekären Situation, auch wir müssen damit rechnen, dass zeitgleich an mehreren Stellen gebombt wird“, betonte Mäurer.

„Auf solche komplexen Lagen müssen wir reagieren und uns planerisch weiterentwickeln.“ Nicht nur durch bessere Ausrüstung der Polizei, sondern eben auch durch Prävention in Form von wissenschaftlicher Begleitung dieses Themas. „Deshalb ist es gut, dass wir Praxis und Theorie jetzt auf diese Weise zusammenfügen.“

Ihm gehe es darum, „auf allen Ebenen ein Grundbewusstsein herzustellen“, beschrieb Daniel Heinke selbst seine neue Aufgabe. Es gehe darum, das Thema Terrorismusabwehr als solches wachzuhalten, dessen unterschiedliche Facetten aufzuzeigen und zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten es dabei gibt.

Aus Fehlern anderer Länder lernen

Eine wichtige Rolle dabei sollen auch die internationalen Kontakte spielen, die Daniel Heinke durch seine Tätigkeit in der Innenbehörde geknüpft hat. „Ich denke, durch internationalen Informationsaustausch ist sehr viel Gewinnbringendes zu erzielen“, betonte der Terrorismus-Experte.

Gerade von der systematischen Herangehensweise anderer Länder an diesen Themenbereich könne man in Deutschland lernen. Hierzulande sei man zum Beispiel recht gut darin, erfolgreiche Aktionen aufzuarbeiten und entsprechende Erkenntnisse weiterzugeben. In anderen Ländern dagegen sei es fast genauso wichtig, aus negativen Erfahrungen zu lernen: Was hat man versucht, was hat nicht funktioniert? „Daraus können wir mögliche Folgerungen für Deutschland ziehen.“

Heinke unterrichtet seit zehn Jahren Strafrecht

Heinke sei bei Themen wie Radikalisierung und Terrorismus initiativ in der internationalen Forschung tätig und damit „ganz nah am Puls der Zeit“, hob Luise Greuel, Leiterin der Hochschule hervor. Dies werde unmittelbar in Forschung und Lehrer ihres Hauses einfließen, freute sich die Professorin, die Daniel Heinke mit der Überreichung der Bestellungsurkunde als Honorarprofessor begrüßte.

Heinke wird damit zum Mitglied der Hochschule, doch völliges Neuland betritt er nicht. Er unterrichtet bereits seit zehn Jahren Strafrecht und Strafverfahrensrecht in den Bachelor-Studiengängen Polizeivollzugsdienst sowie Risiko- und Sicherheitsmanagement. Bislang aber „nur“als Lehrbeauftragter.

Dass er jetzt auf Vorschlag der Hochschule zum Honorarprofessor bestellt wurde, sei eine besondere Ehre und ein Zeichen der Wertschätzung für den 41-jährigen Volljuristen, betonte Luise Greuel.

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