Markante Spitze Überseestadt bekommt ein neues Wahrzeichen

Zwischen dem Weser-Tower und dem Landmark-Tower soll ein weiteres Hochhaus aus dem alten Hafengebiet ragen: Die Pläne für „Übersee-Tower“ und Parkkontore sind abgesegnet.
27.08.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Überseestadt bekommt ein neues Wahrzeichen
Von Pascal Faltermann

Zwischen dem Weser-Tower und dem Landmark-Tower soll ein weiteres Hochhaus aus dem alten Hafengebiet ragen: Die Pläne für „Übersee-Tower“ und Parkkontore sind abgesegnet.

Markant steht das Gebäude am Eingang der Überseestadt: Mit dem Weser-Tower beginnt der Ortsteil des Stadtteils Walle für diejenigen, die aus der Innenstadt kommen. Neben dem 22-geschossigen Gebäude ragt der Landmark-Tower mit immerhin 20 Stockwerken am Eingang zum Europahafen aus dem alten Hafengebiet. Und zwischen diesem Hochhaus-Duo darf nun das nächste entstehen. Die Pläne für das nächste hohe Gebäude in der Überseestadt sind abgesegnet. Die Mitglieder der städtischen Baudeputation haben den Bebauungsplan für ein Bürogebäude mit 13 Geschossen abgenickt. Die Städteplaner und Investoren haben dem Bauwerk den Titel „Übersee-Tower“ gegeben, der auf dem „Bömers Spitze“ genannten Grundstück entstehen soll.

Den Antrag hat die Bremer Firma Justus Grosse gestellt, die die brachliegende Fläche in der Überseestadt, die im Osten spitzwinklig an den Verkehrsknotenpunkt der Straßen An der Reeperbahn und Auf der Muggenburg grenzt, bebauen will. Neben dem Kellogg’s-Komplex, dem Kaffee-Quartier, dem Weinkontor und dem Hilde-Adolf-Park sowie den beiden Tower-Hochhäusern bekommt die Überseestadt damit ein neues markantes Bauwerk. Es soll sich am ebenfalls 13-geschossigen Hafenhochhaus im hinteren Ortsteil orientieren.

Senatsbaudirektorin Iris Reuther stellte die Pläne, die öffentlich ausgelegt worden waren und auch den Anwohnern im Beirat präsentiert wurden, in der vergangenen Sitzung der Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft erneut vor. Reuther hatte zusammen mit dem Hamburger Architektur-Professor Bernhard Winking in einem Qualifizierungsverfahren an Architektur und Gestaltung gefeilt. Für die Umsetzung musste der Bebauungsplan geändert werden, da nach aktuell geltendem Baurecht an der Stelle eigentlich nicht höher als siebengeschossig (fünf plus zwei Stockwerke) gebaut werden dürfte.

"Ein Wahrzeichen für die boomende Überseestadt"

Das alles ist nun umgesetzt, die Pläne abgesegnet. In den nächsten Jahren soll im vorderen Bereich der Überseestadt auf dem Grundstück mit den Projekten Parkkontor II (4000 Quadratmeter Bürofläche) und III sowie dem 13-geschossigen, dreieckigen „Übersee-Tower“ ein „Wahrzeichen für die boomende Überseestadt“ entstehen. „Es wird sich etwas Spektakuläres entwickeln“, sagt Clemens Paul, Geschäftsführender Gesellschafter der Bremer Firma Justus Grosse. Dem Urteil schloss sich auch der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Robert Bücking an: „Das Gebäude steht da sehr überzeugend.“

Neben dem geplanten Übersee-Tower und dem Weinkontor ist zudem ein Parkhaus mit 250 Stellplätzen geplant. Zur Innenseite soll das Parkhaus eine grüne Fläche bekommen, also mit Pflanzen und Berankungen aufgewertet werden. Die jeweils fünfgeschossigen Gebäude „Parkkontor II und III“ verfügen zudem über eine durchgehende Tiefgarage.

Beabsichtigt ist es, den Bau des Bürogebäudes mit Blick auf Stadt und Weser zum Jahreswechsel zu beginnen. „Wir starten jetzt mit der Feinplanung“, erklärt Clemens Paul. Der Justus-Grosse-Gesellschafter rechnet mit einer Bauzeit von 18 bis 24 Monaten, die Kosten für den Turm belaufen sich auf etwa 30 Millionen Euro. Für den Parkkontor II (neun Millionen Euro) und das Parkhaus (rund sechs Millionen Euro) setzten die Bauherren 12 bis 14 Monate Bauzeit an. Mit der Fertigstellung Ende 2018 soll dann das Gesamtquartier „Bömers Spitze“ komplettiert sein. Inklusive des Gebäudes Weinkontor hat Justus Grosse laut eigenen Angaben dann fast 60 Millionen Euro an diesem Standort investiert.

Stadtteil soll sich weiterentwickeln

Städteplaner sprechen von einer erfolgreichen Revitalisierung des Geländes „Bömers Spitze“ – benannt nach Heinrich Bömers, ehemaliger Bremer Senator und Inhaber der traditionsreichen Weinhandlung Reidemeister & Ulrichs. Einig waren sich die Planer darin, dass das dreieckige Grundstück an der Ecke der Straßen An der Reeperbahn und Auf der Muggenburg städtebaulich von besonderer Bedeutung ist und damit auch eine außergewöhnliche Architektur verdient.

Bereits im März 2014 zog die Steuerfahndung ins Parkkontor, An der Reeperbahn 8. Wenig später war auch das Weinkontor schräg gegenüber an der Straße Auf der Muggenburg bezugsfähig. Das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungs- und Speichergebäude eines traditionsreichen Bremer Weinhandelsunternehmens grenzt im Westen an das Grundstück „Bömers Spitze“ und wird als Bürogebäude genutzt. Laut Clemens Paul von Justus Grosse sind mehr als 11.500 Quadratmeter Büroflächen im Projekt Weinkontor vermietet.

Justus Grosse engagiert sich seit mittlerweile elf Jahren in der Überseestadt und hat laut Clemens Paul weiterhin Interesse, den Stadtteil weiterzuentwickeln und Grundstücke zu kaufen. Paul hat das Unternehmen zusammen mit Mitinhaber Joachim Linnemann immer größer gemacht. Beide haben unter anderem von der Entwicklung im alten Hafen profitiert. Rund 300 Millionen Euro investierte das Bremer Unternehmen laut Paul bislang in die Überseestadt.

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