Ein Jahr vor der Bürgerschafts-Wahl in Bremen

Umfrage: Linke in Bremen bei elf Prozent

Bremen. Die Ausgangsbasis fast genau ein Jahr vor der Bürgerschaftswahl in Bremen: Die SPD schwächelt leicht, der grüne Koalitionspartner legt nochmal etwas zu. Die Tendenz für die Linkspartei geht nach oben, die CDU tritt auf der Stelle - und die FDP muss sich Sorgen machen.
29.03.2010, 20:10
Lesedauer: 2 Min
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Umfrage: Linke in Bremen bei elf Prozent
Von Wigbert Gerling

Bremen. Die Ausgangsbasis fast genau ein Jahr vor der Bürgerschaftswahl in Bremen: Die SPD schwächelt leicht, der grüne Koalitionspartner legt nochmal etwas zu. Im Lager der Opposition zeigt die Tendenz für die Linkspartei nach oben, die CDU tritt auf der Stelle - und die FDP muss sich Sorgen machen, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde nehmen kann und damit den Wiedereinzug ins Parlament schafft. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Meinungsforscher von Emnid hervor.

Noch gut 13 Monate, bis über die Zusammensetzung von Parlament und Regierung in der 18. Legislaturperiode entschieden wird. Der 22. Mai 2011 ist als Termin für die nächste Bürgerschaftswahl festgelegt worden. Bevor es in die Zielgerade geht, die Programme formuliert und die Kandidatenlisten aufgestellt werden, haben die Grünen die Emnid-Demoskopen mit einer aktuellen Zustandsbeschreibung der politischen Landschaft in Bremen beauftragt.

Die Daten der Umfrage sorgen nicht zuletzt beim SPD-Bündnispartner für Diskussionsstoff. Wie es dort heißt, werden die Tendenzen mit einem weinenden und einem lachenden Auge betrachtet. Für die etwas gedämpfte Stimmung sorgt das Resultat der sogenannten Sonntagsfrage. Demnach müssen die Sozialdemokraten damit rechnen, dass sie im Vergleich zur Wahl am 13. Mai 2007 Federn lassen. Statt knapp 36,8 Prozent bekämen sie nach dem aktuellen Stand nur noch 35 Prozent. Positiv schlagen hingegen die Werte zu Ansehen und Bekanntheitsgrad von SPD-Regierungschef Jens Böhrnsen zu Buche. Er kommt mit Zahlen von deutlich über 80 Prozent inzwischen den Bewertungen nahe, die sein Vorgänger Henning Scherf aufbieten konnte.

Gute Werte erreicht hier auch Böhrnsens grüne Bürgermeister-Kollegin Karoline Linnert, und dazu schneidet ihre Partei laut Emnid auch noch gut ab. Rund 16,5 Prozent der Wählerinnen und Wähler im Land Bremen hatten vor drei Jahren für die Grünen gestimmt und der Partei damit ein Top-Ergebnis beschert - folgt man der Umfrage, dann geht es weiter bergauf: Der Pegel steht demnach derzeit bei 17 Prozent.

Das größte Plus kann sich laut Erhebung der Demoskopen im Moment die Linkspartei versprechen. Als sie 2007 erstmals in die Bürgerschaft einzog, galt ihr Resultat von fast 8,5 Prozent als sensationell. Inzwischen sieht es offenbar so aus, als sei dies für sie noch nicht das Ende der Fahnenstange. Laut Emnid-Umfrage könnte sie dieses Ergebnis noch überflügeln - derzeit werden ihr rund elf Prozent bescheinigt

Es waren vor drei Jahren rund 25 Prozent, es sind derzeit 25 Prozent - das ist die demoskopische Wasserstandsmeldung für die Christdemokraten. Ungünstiger sieht offenbar der Status Quo für die Freidemokraten aus. Sie sind gerade einmal mit fünf Prozent taxiert, nachdem sie 2007 mit fast einem ganzen Prozent mehr die Barriere der Fünf-Prozent-Hürde klar überwunden hatten.

Die Meinungsforscher fragten auch ab, wie es nach Ablauf von Dreivierteln der Legislaturperiode um die Zufriedenheit mit der Arbeit der Parteien steht. Ein Jahr vor der nächsten Bürgerschaftswahl äußerten sich 81 Prozent der grünen Wählerinnen und Wähler positiv zur Regierungsarbeit der Partei, der sie ihr Kreuz gegeben hatten - der Spitzenwert. Auch die allermeisten SPD-Wählerinnen und Wähler wurden offenbar von den Sozialdemokraten nicht enttäuscht: 79 Prozent gaben an, sie seien mit der Amtsausübung im Senat 'sehr zufrieden' oder wenigstens 'eher zufrieden'.

Auch die Linke kommt mit großer Mehrheit bei ihren Anhängern gut an. 74 Prozent dieser Befragten erklärten, sie seien mit der Arbeit der Partei zufrieden, die sie 2007 gewählt hatten.

Solche Höhen erreichen CDU und FDP nicht, wenn unter ihren Anhängern nach der Leistung in der Opposition gefragt wurden. Für beide gab es in der Emnid-Erhebung ein Zufriedenheitsniveau von gut 60 Prozent. Kommentar Seite 2

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