Jacobs University Uni-AStA empört über Zuschuss

Bremen. Der Bremer Senat hat entschieden, die Jacobs University (JUB) weiterhin finanziell zu unterstützen. Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss der Universität Bremen ist darüber empört, der Rektor hält sich zurück.
20.08.2013, 11:36
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Uni-AStA empört über Zuschuss
Von Birgit Bruns

Bremen. Der Bremer Senat hat entschieden, die Jacobs University (JUB) weiterhin finanziell zu unterstützen. Der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AstA) der Universität Bremen ist darüber empört.

Jan Cloppenburg vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) wollte seinen Ohren nicht trauen, als er von der erneuten Finanzspritze für die Jacobs University Bremen (JUB) gehört hat. „Eine private Universität bekommt 15 Millionen Euro geschenkt und an der öffentlichen Universität müssen 130 Stellen abgebaut werden. Ich bin fassungslos“, sagt Cloppenburg. Die Studienbedingungen an der JUB seien schon jetzt deutlich besser als an der Universität Bremen. „Denen braucht man nicht zu helfen“, meint Cloppenburg. Das Geld sei an der Universität Bremen deutlich besser aufgehoben. Mehrere Gebäude seien so marode, dass es hineinregne. Vorlesungen mussten im vergangenen Winter in einem Hotel stattfinden, außerdem gebe es bereits jetzt viel zu wenig Personal in der Lehre.

Die Probleme an der Universität Bremen sind selbstverständlich auch im Rektorat bekannt. Doch hier hält man sich mit Kritik an der Zuwendung für die JUB zurück. „Wir kommentieren das nicht“, sagt Pressesprecher Eberhard Scholz. Es sei grundsätzlich zu begrüßen, dass der Wissenschaftsstandort Bremen gestärkt werde. Dazu gehöre ja auch die JUB. Scholz ist besonders wichtig, dass das Geld nicht aus dem Wissenschaftsetat, sondern aus dem Wirtschaftsressort kommt. „Es geht also nicht zu unseren Lasten“, sagt er. An der Unterfinanzierung der Universität Bremen ändere das natürlich nichts. Daher halte er an seiner Forderung nach einer vernünftigen Finanzierung weiter fest.

Die beiden Hochschulen im Land Bremen schließen sich der Universität an. Weder die Verantwortlichen in Bremen noch in Bremerhaven wollen die Entscheidung des Senats direkt kommentieren. Beide weisen aber auf die angespannte finanzielle Lage bei den öffentlichen Hochschulen hin. Noch könne die Hochschule Bremen jedes Jahr 1600 Absolventen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, sagt Sprecher Ulrich Berlin. Doch das werde sich ändern, spätestens wenn im Jahr 2018 das Geld aus dem Hochschulpakt wegfalle. „Dann werden wir jedes Jahr 200 Studenten weniger aufnehmen können“, kündigt Berlin an. Was den Standort Bremen seiner Meinung nach besonders hart treffen werde. Denn jeder zweite Hochschulabsolvent bleibe in Bremen. „Das sind Fachkräfte, die die Region nachhaltig stärken“, betont der Hochschulsprecher.

Wie viele Absolventen der JUB in Bremen leben und arbeiten, kann Präsident Heinz-Otto Peitgen auf Anhieb nicht sagen. „Es werden aber sicherlich weniger als 50 Prozent sein“, sagt er. Die JUB sei ja eine Universität mit einer internationalen Ausrichtung. Dennoch sieht er die Zuwendung des Senats auf dem Campus in Bremen-Grohn bestens angelegt. „Die Absolventen machen Bremen weltweit bekannt“, sagt Peitgen. Kontakte, die während eines studienbegleitenden Praktikums in einem Bremer Betrieb zustanden gekommen sind, könnten sich auch Jahre später noch auszahlen. „Die Effekte sind deutlich vielfältiger.“ Peitgen ist die angespannte finanzielle Lage der öffentlichen Hochschulen und der Universität Bremen durchaus bekannt. Doch das macht dem Präsidenten der JUB kein schlechtes Gewissen: „Da gibt es keinen direkten Zusammenhang“. Das Geld komme ja nicht aus dem Wissenschaftsetat, es habe also keinen Effekt auf die Finanzierung der öffentlichen Einrichtungen.

Das sieht AStA-Mitglied Jan Cloppenburg anders: „Man kann das Geld nur einmal ausgeben, egal woher es kommt.“

Ein Exklusiv-Interview dem Vorsitzenden des Stifttungsrats der Jacobs University, Johann Christian Jacobs sowie eine umfängliche weitere Berichterstattung zur Jacobs University finden Sie in der Mittwochausgabe des WESER-KURIER.

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