Kommentar über rot-grüne Spitzen

Unvollendete Verjüngung

Mund abwischen und weiter geht’s? Es ging zwar nach der Bürgerschaftswahl im Mai vergangenen Jahres weiter mit einem rot-grünen Regierungsbündnis, aber ein Selbstgänger war das nicht.
18.01.2016, 00:00
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Mund abwischen und weiter geht’s? Es ging zwar nach der Bürgerschaftswahl im Mai vergangenen Jahres weiter mit einem rot-grünen Regierungsbündnis, aber ein Selbstgänger war das nicht. Zu groß waren die Stimmenverluste der Koalition.

Der grüne Parteitag hat nun am Sonntag bereits entschieden: Kai-Lena Wargalla führt gemeinsam mit Ralph Saxe in den kommenden zwei Jahren die Partei. Der männliche Teil der Doppelspitze stammt aus dem Jahrgang 1959 und ist damit nicht mehr so ganz taufrisch – was man wohl sagen kann, ohne ganz uncharmant zu sein. Wargalla hingegen ist erst 31 Jahre alt. Sie steht damit für die gewünschte Verjüngung, die auch der sozialdemokratische Regierungspartner anstrebt – Aulepp ist 1970 geboren worden, Güngör ist Jahrgang 1978.

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Verjüngung soll also ein Ausweg für die angeschlagenen Partner sein. Das kann klappen, muss aber nicht, einen Versuch mag es wert sein. Zumal die Personalauswahl in den schrumpfenden Parteien ohnehin schwieriger geworden ist und Engagierte mit offenen Armen aufgenommen werden (müssen). Für die Grünen aber kommt unweigerlich noch eine Nagelprobe zum Thema Verjüngung in der Amtszeit von Wargalla/Saxe. Die diesjährige Kandidatenauswahl für die Bundestagswahl 2017. Wird Marieluise Beck endlich verzichten oder die Verjüngung blockieren? Sie ist in einem Jahr erstmals in den Bundestag eingezogen, als die amtierende Bremer SPD-Bundestagsabgeordnete Sarah Ryglewski gerade geboren wurde: 1983.

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