Träger fühlen sich übergangen Verbände fordern Beteiligung am neuen Studiengang Soziale Arbeit

Die Bremer Wohlfahrtsverbände möchten sich an dem dualen Studiengang für Soziale Arbeit an der Hochschule Bremen beteiligen. Sie klagen über Personalmangel und die fehlende Zusammenarbeit mit der Stadt.
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Verbände fordern Beteiligung am neuen Studiengang Soziale Arbeit
Von Sara Sundermann

Die Bremer Wohlfahrtsverbände möchten sich an dem dualen Studiengang für Soziale Arbeit an der Hochschule Bremen beteiligen. Sie klagen über Personalmangel und die fehlende Zusammenarbeit mit der Stadt.

Letztlich entstehen durch einen neuen dualen Studiengang für Soziale Arbeit an der Hochschule Bremen nur 15 Studienplätze, und diese kommen nicht einmal zu den derzeit 120 Plätzen im Fach Soziale Arbeit hinzu. Doch um das Entstehen des dualen Studiengangs wird dennoch heftig gerungen.

Hintergrund dafür ist der große Personalmangel im Bereich Soziale Arbeit. Nun melden sich auch die Bremer Wohlfahrtsverbände zu Wort. „Die freien Träger möchten sich gerne an dem Studiengang beteiligen“, betont Arnold Knigge von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG). „Wir haben auch einen riesigen Fachkräftebedarf.“

Nachwuchs für Führungspositionen wird benötigt

Derzeit könnten die freien Träger, die in der LAG organisiert sind, also zum Beispiel Rotes Kreuz, Caritas und Awo, mindestens 33 freie Stellen mit Sozialarbeitern besetzen, und zwar in der Jugendhilfe, in Kitas, in der Altenhilfe sowie in den Bereichen Psychiatrie, Sucht und der Behindertenhilfe. Insbesondere bräuchten die Wohlfahrtsverbände Nachwuchs für Führungspositionen, teilt die LAG mit.

Die Träger sehen sich im Fall des dualen Studiengangs übergangen und üben Kritik. „Einen solchen Studiengang aufzubauen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Hochschule und freien Trägern“, sagt Knigge. Im Vorfeld habe es auch Gespräche dieser drei Seiten gegeben. „Deshalb sind wir alles andere als glücklich, dass die Stadt nun allein vorgeprescht ist.“

Bislang ist die Stadt einziger Kooperationspartner des dualen Studiengangs, in dem Studierende vom ersten Semester an zugleich in der Verwaltung beschäftigt sind und Vorlesungen besuchen. Seitens der Hochschule wünscht man sich perspektivisch weitere Kooperationspartner, damit man im dualen Studiengang nicht nur Fachkräfte für einen einzigen Arbeitgeber ausbildet.

Allerdings bezweifelte an der Hochschule zuletzt mancher, dass die freien Träger es sich leisten könnten, Studierenden ein Gehalt zu zahlen und zusätzlich die Studienplätze mitzufinanzieren, so wie die Stadt es tut. Dem tritt Knigge entgegen: Eine Kooperation sei sehr wohl finanzierbar, sagt er – die Kosten, die den Trägern dadurch entstünden, müssten aber über die Entgeltvereinbarung an die Stadt zurückgegeben werden.

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