Kommentar über das Wahlalter

Warum das Wahlrecht ab 16 nur logisch wäre

Die Diskussion über das Wahlalter wird mit den falschen Argumenten geführt. Ein Wahlrecht ab 16 wäre sinnvoll, weil der durchschnittliche Erstwähler dann trotzdem volljährig wäre, meint Felix Wendler.
31.07.2020, 05:00
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Warum das Wahlrecht ab 16 nur logisch wäre
Von Felix Wendler
Warum das Wahlrecht ab 16 nur logisch wäre

Wenn es nach Grünen, Linken und SPD geht, sollen auch bei Bundestagswahlen 16-Jährige ihre Stimme abgeben dürfen.

Frank Rumpenhorst/DPA

Manchmal haben Politiker gute Ideen, ohne dass ihre Argumente dafür wirklich überzeugen. Wenn Grüne, Linke und SPD ein generelles Wahlrecht ab 16 Jahren fordern, ist das richtig. Mit der jetzt oft bemühten Frage, ob Jugendliche die nötige geistige Reife für Wahlentscheidungen besitzen, hat das allerdings wenig zu tun. Eine generelle Antwort, wie sie Grünen-Chef Habeck als Bejaher der jugendlichen Mündigkeit zu haben meint, gibt es darauf nicht – zu unterschiedlich sind die Entwicklungen in diesem Alter.

Vielmehr spricht pure Mathematik, beziehungsweise der Wahlrhythmus, für eine Senkung des Wahlalters. Aktuell ist es doch zumindest bei Bundestagswahlen so: Der durchschnittliche Erstwähler ist nicht 18, sondern eher 20 Jahre alt. Wer im November nächsten Jahres volljährig wird, verpasst die Bundestagswahl knapp, und kann dann sogar erst mit fast 22 Jahren Einfluss auf die politische Ausrichtung Deutschlands nehmen. Das ist angesichts der ohnehin überalterten Bevölkerung eindeutig zu spät. Nach neuer Regelung wäre der durchschnittliche Erstwähler auf Bundesebene volljährig. Aus einer falschen 18 würde also lediglich eine echte 18.

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