Verhandlungen vor dem Weihnachtsgeschäft Wall-Kaufleute hoffen auf Ende der Einbahnstraßenregelung

Sind die Tage der Einbahnstraße Am Wall gezählt? Diese Frage bleibt nach einem Gespräch zwischen Kaufleuten und Handelskammer mit den Senatoren für Wirtschaft und Verkehr am Donnerstag weiter unklar.
19.11.2015, 19:34
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste

Sind die Tage als provisorische Einbahnstraße Am Wall gezählt? Am liebsten wären die Kaufleute und Handelskammervertreter wohl am Donnerstagabend mit dieser Zusage aus dem Gespräch mit Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) heimgegangen.

Doch ganz so schnell wollten Politik und Verwaltung sich offenbar nicht entscheiden. Das Gespräch, versicherten beide Seiten im Anschluss, sei aber „intensiv und gut“ gewesen. Anfang der Woche soll gemeinsam verkündet werden, ob und wie den Wünschen der Interessenvertreter entgegengekommen werden kann. Diese möchten, dass für das Weihnachtsgeschäft der Wall wieder in beide Richtung mit Autos befahren werden kann (wir berichteten).

Die provisorische Einrichtung als Einbahnstraße schade den Geschäften noch mehr als die Totalsperrung in den ersten Monaten nach der Brandkatastrophe im Harms-Gebäude am 6. Mai, hieß es kürzlich von Wall-Kaufleuten. Sie hatten die Senatoren um ein Gespräch und um die Rückkehr zur gewohnten Verkehrsführung gebeten. Aus ihrer Sicht führt die unübersichtliche Verkehrssituation mit provisorischen Markierungen auf der Fahrbahn und Beschilderungen bei Nutzern zu Verwirrung und Verärgerung. Kunden blieben aus. Der Wall leide darunter stärker als unter der Vollsperrung in den ersten Wochen nach dem Brand.

Dossier zur Zukunft der Straße Am Wall

Die Polizei hatte ihre Bedenken ebenfalls geäußert. Die Verkehrssituation, auch Falschfahrer, die trotz Verbots vom Herdentorsteinweg in den Wall einbiegen, hätte zu etlichen Beinahe-Unfällen geführt. Die Verkehrsschilder seien schlecht sichtbar. Die neu eingerichteten Parkflächen auf der Fahrbahn haben ihre Tücken: Wer im Dunkeln im Auto Richtung Herdentor fährt, sieht erst spät die geparkten Fahrzeuge vor sich, vor allem wenn er sich an der durchgezogenen weißen Mittellinie orientiert. Sie ist zwar zwischen Bischofsnadel und Herdentor durch gelbe Überklebungen außer Kraft gesetzt, das ist aber womöglich zu unauffällig. Immer noch nutzen Autofahrer die früher als Parkplätze vorgesehenen Bürgersteigabschnitte vor den Schaufenstern. Wider besseres Wissen oder weil sie nicht wahrnehmen, dass die Schilder, die das Parken dort bislang ausdrücklich erlaubten, mit Beginn des Verkehrsversuchs zugehängt worden sind.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+